Washington, 15.4.08 (KAP) Zum Auftakt des Papstbesuchs setzt sich die US-Presse ausführlich und an prominenter Stelle mit Benedikt XVI. auseinander. Die "Washington Post" stimmte ihre Leser am Dienstag auf die Visite mit der Schlagzeile "Der Botschafter des 'Zurück zu den Quellen'" ein. Die Zeitung stellte die Frage, ob der Stil dieses Papstes zu kompliziert sei, um die Aufmerksamkeit der US-Bürger zu erregen. Seine "Agenda" für die USA sei eher einer "Theologievorlesung" als einem "Event für Massenmedien" ähnlich.
Die "New York Times", berichtete über die Kosten des Papstbesuchs. So zitierte das Blatt Vertreter der Erzdiözese Washington, die für den dreitägigen Papst-Aufenthalt in der Hauptstadt mit Kosten von umgerechnet rund 1,9 Millionen Euro rechnen. Schätzungen seitens der Erzdiözese New York, wo der Papst ebenfalls drei Tage lang zu Gast sein wird, lägen noch nicht vor.
Die "Los Angeles Times" bezeichnete Benedikt XVI. auf ihrer ersten Seite als einen "Diplomaten" in doppelter Hinsicht. Denn Benedikt XVI. sei zum einen auf einer "pastoralen Mission" zu den rund 70 Millionen katholischen US-Amerikanern, zum anderen auf einer "diplomatischen Mission" zur Regierung von Präsident George W. Bush sowie zu den Vereinten Nationen. Alle Gastgeber würden die diplomatischen Fähigkeiten des Papstes "austesten" und seien eine große Herausforderung für ihn, betonte auch der "Boston Globe".
Die "Los Angeles Times" stellte die Frage, ob es der Papst wohl schaffen werde, sich für die pädophilen Vergehen zahlreicher Priester zu entschuldigen, ohne jene Kleriker zu demoralisieren, die sich richtig verhalten haben. Sensibel sei auch die Behandlung der Abtreibungsfrage.
Katholiken sehen Papst positiv
Rund drei Viertel der US-Katholiken sehen Papst Benedikt XVI. in einem positiven Licht. Das ist das Ergebnis einer neuen Umfrage, die die Tageszeitung "Washington Post" gemeinsam mit "ABC News" am Dienstag veröffentlichte. 74 Prozent der Katholiken sind Papst Benedikt XVI. gegenüber positiv eingestellt.
Rund die Hälfte der Befragten erhoffe sich, dass der Papst die traditionellen Lehren der Kirche stärker betonen werde. 45 Prozent wünschten sich hingegen, dass der Papst im Grundton mehr dem entspreche, was die Realitäten katholischen Lebens in den USA ausmache. Diese prozentuale Spaltung habe sich seit der letzten Umfrage dieser Art vor drei Jahren nicht verändert, heißt es.
Rund drei Viertel der US-Katholiken, ebenso viele wie in der allgemeinen US-Bevölkerung, sind unzufrieden damit, wie die Kirche die Missbrauchsfälle der vergangenen Jahre bewältigt hat.






