Papst Benedikt XVI. feierte den dritten Jahrestag seiner Wahl in New York - "Kathpress"-Korrespondentenbericht von Johannes Schidelko
New York, 19.4.08 (KAP) Für Papst Benedikt XVI. mag es ein ganz besonderer Tag gewesen sein: Der brausende Applaus der Priester und Ordensleute in der New Yorker Saint Patrick's Cathedral wird ihn an die Ereignisse vor drei Jahren erinnert haben, als er am 19. April 2005 das Votum der Kardinäle annahm. Drei Jahre später fuhr Benedikt XVI. im "Papamobil" durch die Häuserschluchten von Manhattan zur neogotischen katholischen Kathedrale im "Big Apple". Für Benedikt XVI. war der dritte Jahrestag der Wahl ein normaler "Arbeitstag". Aber nach den politischen Gesprächen in Washington und dem diplomatischen Höhepunkt vor der UNO standen jetzt ausschließlich kirchliche Termine auf dem Programm: Nach dem Treffen mit den Priestern eine Begegnung mit Jugendlichen und mit Seminaristen in Yonkers. Für Benedikt XVI. war es die Gelegenheit, der katholischen Kirche in den USA ein "neues Pfingsten" zu wünschen.
Das Priestertreffen galt im Vorfeld der Reise als der Termin, an dem Benedikt XVI. auf den Missbrauch-Skandal in der Kirche der Vereinigten Staaten eingehen werde. Die Dynamik der Reise, das deutliche Statement noch während der "fliegenden Pressekonferenz", die klaren Worte bei der Messe im Stadion der "Nationals" in Washington, vor allem aber das "diskrete" Treffen mit einer Gruppe von Missbrauchsopfern in der Kapelle der Apostolischen Nuntiatur in Washington sorgten für eine Akzentverschiebung. Benedikt XVI. hatte das Thema bereits ausführlich thematisiert. Und die amerikanische Öffentlichkeit sowie die Medien hatten den überraschend offensiven Umgang des Papstes mit diesem Thema zur Kenntnis genommen und gelobt.
Daher äußerte sich Benedikt XVI. vor den Priestern nur knapp zu diesem Skandal. Indizien lassen sogar darauf schließen, dass die Papstrede zu dieser Stelle im letzten Moment geändert wurde. Der Papst bekundete den Priestern, die in den letzten Jahren oft pauschal diskreditiert waren worden, seine geistige Verbundenheit.
Damit standen bei der Papstmesse andere Themen im Vordergrund. In einer lyrischen Predigt sprach Benedikt XVI. über die christliche Hoffnung und über die Freude am Glauben, die freilich in der traditionell religiösen US-Gesellschaft heute mitunter verdunkelt wird. Die Kirche müsse in den USA einen neuen Frühling erleben. Dazu gehörten Dynamik und Vitalität in Festigkeit und Treue. Benedikt XVI. erwähnte weiter Leuchtkraft des Glaubens und christlicher Freude, Nächstenliebe und Solidarität in die Gesellschaft hinein.
Eine Gratulation zum Wahltag des Papstes gab es dann am Ende der Messe. In einem Grußwort auf Spanisch dankte Kardinal-Staatssekretär Tarcisio Bertone dem Papst für sein "promptes Ja" beim Konklave von 2005 und für sein bisheriges Pontifikat. Benedikt XVI. bedankte sich - auf Englisch - für das Gebet der Gläubigen, ihre Liebe zur Kirche, zu den Armen, "und auch zum Nachfolger des Apostels Petrus". Dieser sei ein Mann mit Fehlern gewesen, habe sich dann aber als Felsen für die Kirche erwiesen.(






