Wien - Eisenstadt, 09.07.2010 (KAP) Die Diözese Eisenstadt begeht heuer ihr 50-jähriges Bestandsjubiläum: Sie ist damit die zweitjüngste Diözese Österreichs. Die zur Kirchenprovinz Wien gehörende Diözese ist rund 3.966 Quadratkilometer groß und umfasst zwölf Dekanate mit ingsesamt 171 Pfarren. 207.232 Katholiken gehörten mit Jahresbeginn 2010 der katholischen Kirche im Burgenland an. Erster Bischof der Diözese war der Burgenländer Paul Stefan Laszlo dem der bisherige Bischof Paul Iby nachfolgte.
Die österreichische Bundesregierung hatte sich schon ab 1919 um ein von den bisherigen Diözesen Györ (Raab) und Szombathely (Steinamanger) unabhängiges kirchliches Verwaltungsgebiet bemüht. Doch erst nach der Angliederung des Burgenlands an Österreich im Jahr 1921 wurden die zu Österreich gekommenen Teilgebiete der westungarischen Diözesen vereint und eine Apostolische Administratur - und damit eine kirchenrechtliche Vorstufe zur Diözese - erichtet. Der damalige Erzbischof von Wien, Friedrich Gustav Kardinal Piffl (1864-1932) wurde im Mai 1922 zum Apostolischen Administrator des Burgenlands ernannt.
Diese Funktion übte auch Piffls Nachfolger Erzbischof Kardinal Theodor Innitzer (1875-1955) aus. Unter Innitzer wurden u. a. das Katholische Lehrerseminar und das Priester- und Knabenseminar errichtet sowie die Kirchenverwaltung von Wien nach Eisenstadt verlegt.
Rückschläge brachten schließlich der Anschluss Österreichs an Deutschland im Jahr 1938 und die weiteren Entwicklungen: So wurde z. B. das konfessionelle Schulwesen völlig zerschlagen, die Seelsorge eingeschränkt und kirchliche Gebäude beschlagnahmt. Auch musste der Sitz der Kirchenverwaltung von Eisenstadt verlegt werden, zuerst nach Mattersburg und dann nach Bad Sauerbrunn.
Nachdem Papst Pius XII. von Kardinal Innitzer um die Entpflichtung von den Aufgaben des Apostolischen Administrators des Burgenlands gebeten hatte, wurde der Dechant und Pfarrer von Wien-Mauer, Josef Schoiswohl (1901-1991) im Jahr 1949 zu seinem Nachfolger ernannt. Schoiswohl leistete wichtige Vorarbeiten für das Werden einer Diözese.
1954 wurde Schoiswohl die Leitung der Diözese Graz-Seckau anvertraut. Als sein Nachfolger in Eisenstadt wurde der bisherige Sekretär der Administratur, Stefan Laszlo (1913-1995), ernannt.
Mit Laszlo wurde zum ersten Mal ein Burgenländer an die Spitze des Kirchengebietes gesetzt, dessen Weg zur Diözese er wesentlich mitbestimmte. 1956 wurde Prälat Laszlo zum Titularbischof von Metellopolis ernannt und zum Bischof geweiht.
Mit der Anerkennung des Konkordates von 1933 durch Österreich wurde der Weg zur Diözese schließlich ganz frei: Papst Johannes XXIII. verfügte mit der Bulle "Magna quae" vom 15. August 1960 die Errichtung der Diözese Eisenstadt und ernannte Bischof Laszlo zum Diözesanbischof. 1963 wurde das Kathedralkapitel von Eisenstadt errichtet.
Laszlo leitete die Diözese bis Ende 1992. Bis zur Einführung seines Nachfolgers, der bisherige Generalvikar Paul Iby (geb. 1935), Anfang 1993 leitete er die Diözese als Apostolischer Administrator. Papst Johannes Paul II. ernannte Iby schließlich am 28. Dezember 1992 zum zweiten Bischof der Diözese Eisenstadt. Am 24. Jänner 1993 empfing er die Bischofsweihe und leitet seither im Hirtenamt die Diözese.






