Sonntag 26. März 2017

Karwoche  |  warten

Christen in aller Welt gedenken in der Karwoche und zu Ostern der Botschaft vom Kreuz und von der Auferstehung Jesu Christi. Ostern fasst das Fundament des christlichen Glaubens zusammen: So stellt das Gedächtnis an Leiden, Tod und Auferstehung Christi den Höhepunkt des Kirchenjahres dar. Ostern ist damit das wichtigste und höchste Fest der Christenheit.

 

Die Karwoche - das Wort wird aus dem althochdeutschen "kara" oder "chara" für Klage, Kummer, Trauer abgeleitet - wird in anderen Sprachräumen u. a. auch "Heilige Woche", "Holy Week", "Semaine sainte" oder "Settimana Santa" genannt.

 

Die eigentliche Vorbereitung auf Ostern beginnt am Palmsonntag. Palmen galten im alten Palästina als Zeichen der Königswürde und des Friedens. In der Karwoche werden zunächst in der Chrisam-Messe jene Öle geweiht, die das ganze Jahr über bei Taufen, Firmungen, Krankensalbungen und Priesterweihen verwendet werden. Schon in der Heiligen Schrift steht das Öl für Gesundheit, Lebensfreude, Kraft und Frieden.

 

Mit dem Gründonnerstag beginnen die "heiligen drei Tage". Der Name Gründonnerstag geht vermutlich auf das mittelhochdeutsche Wort "Greinen" oder "Grienen" zurück, was so viel wie "wehklagen" bedeutet. An diesem Tag wurden die Sünder, die Buße geleistet hatten, die "Greinenden", wieder in die Gemeinde aufgenommen. Manche Forscher verweisen aber auch darauf, dass der Gründonnerstag seit dem 4. Jahrhundert ein kirchlicher Freudentag war, an dem die zuvor Exkommunizierten nach Buße und Vergebung wieder zur Kommunion zugelassen (also wieder "grünendes Holz" am Stamm der Kirche nach Lukas 23,31) waren.

 

Schweigen und verhüllen

 

Die Abendmesse am Gründonnerstag erinnert an das Letzte Abendmahl Jesu, bei dem er das Priestertum und die Eucharistie einsetzte. Als Zeichen der dienenden Liebe wusch Jesus vor dem Mahl seinen Jüngern die Füße. Diesen Brauch, der seit dem Konzil von Toledo 694 bekannt ist, wiederholen am Gründonnerstag bis heute in vielen Kirchen Priester oder Bischöfe. Als Ausdruck der Trauer verstummen während der Messe Orgel und Glocke und schweigen bis zur Osternacht. Weiteres Zeichen der Anteilnahme am Leiden Christi ist die Verhüllung von Kreuz und Altar. Und in vielen christlichen Gemeinden werden bis zum Karfreitag Nachtwachen gehalten.

 

Für evangelische Christen ist der Karfreitag der höchste Feiertag des Jahres. Die katholische Kirche wiederum kennt am Karfreitag wie auch am Karsamstag keine Eucharistiefeier. Der Karfreitag ist neben dem Aschermittwoch der einzige Tag, der in der katholischen Kirche als strenger Fasttag gilt. Zur Todesstunde Jesu um 15 Uhr versammeln sich die Katholiken zu einem Gottesdienst, der sich von allen anderen Feiern während des Jahres unterscheidet. Im Mittelpunkt steht die Kreuzverehrung sowie das Fürbittgebet für die Kirche und die ganze Welt. Der Karsamstag ist der stillste Tag im Kirchenjahr. An diesem Tag verweilt die Kirche am Grab des Herrn, betrachtet seinen Abstieg in das Reich des Todes und erwartet seine Auferstehung.

 


Stationen der Karwoche

 

Palmsonntag
Die eigentliche Vorbereitung auf Ostern beginnt am Palmsonntag. Palmen galten im alten Palästina als Zeichen der Königswürde und des Friedens. In der Karwoche werden zunächst in der Chrisam-Messe jene Öle geweiht, die das ganze Jahr über bei Taufen, Firmungen, Krankensalbungen und Priesterweihen verwendet werden. Schon in der Heiligen Schrift steht das Öl für Gesundheit, Lebensfreude, Kraft und Frieden.
Gründonnerstag
Am Gründonnerstag steht die Botschaft vom letzten Abendmahl Jesu mit seinen zwölf Jüngern im Mittelpunkt. Auf dieses Abendmahl geht auch das Sakrament der Eucharistie zurück. Nach dem Abendmahl, so berichtet es das Evangelium, wurde Jesus verraten und von der römischen Besatzungsmacht festgenommen. In der Nacht von Donnerstag auf den Karfreitag halten manche Pfarren daher eine Nachtwache vor dem Grab Jesu oder eine durchgehende Anbetung. Die Bezeichnung Gründonnerstag kommt übrigens vom Mittelhochdeutschen "gronan" (weinen, greinen).
Karfreitag
Am Karfreitag wird des Todes Jesu gedacht. Kar bedeutet dabei Klage. Dem Evangelium zufolge endete Jesu Leben mit seiner Hinrichtung durch das Kreuz. Der Karfreitag ist damit der "unglaublichste" Moment im Christentum - nämlich jener des Todes desjenigen, den Christen als Sohn Gottes anbeten. Um 15 Uhr - der Todesstunde Jesu - wird in besonderer Form des Todes gedacht - etwa durch einen Kreuzweg. Schon seit dem frühen Mittelalter hat dieser besondere, dunkle Tag auch die Kunst inspiriert und etwa die Passionen (etwa jene von J.S. Bach) hervorgebracht.
Karsamstag
Der Karsamstag gilt als Tag der Grabesruhe. Es ist - mit dem Karfreitag - der einzige Tag im ganzen Jahr, der keine Eucharistie kennt. Der Karsamstag ist der liturgische Trauertag, ein ruhiger Tag. In manchen Kirchen können die Gläubigen das in den Kirchen aufgestellte Grab Jesu besuchen. Dabei handelt es sich um Nachbildungen der Grabarchitektur der Jerusalemer Grabeskirche. In den Pfarren werden Gebetsstunden für Kinder, Jugendliche und Erwachsene angeboten.

 


 

Die Karwoche endet schließlich mit der Osternacht bzw. der Auferstehungsfeier - zumeist in gefeiert in Form von Gottesdiensten in der Nacht auf den Ostersonntag. Sie symbolisiert - etwa in Form der in der Feier entzündeten Osterkerze - den Sieg Gottes über den Tod. Die Osternachtfeier ist der liturgische Höhepunkt des Kirchenjahres. Die Lesungen aus der Bibel erinnern an die jüdischen Wurzeln des Christentums, wie den Auszug Mose aus Ägypten, und erzählen die Schilderung der Frauen und Jünger vom leeren Grab.

 

 

Zuletzt bearbeitet am 17. März 2016

11. März
2017
Fastensuppenessen

"Symbolhandlungen, die Zukunft eröffnen"

Benefizsuppenessen in Linz u.a. mit Bischof Scheuer und Landeshauptmann Pühringer

08. März
2017

Fastensuppenessen "schöner Brauch mit politischer Botschaft"

Bundespräsident Van der Bellen und Kardinal Schönborn würdigen "Aktion Familienfasttag" der Katholischen Frauenbewegung Österreichs für Frieden durch soziale Gerechtigkeit

06. März
2017
Graz

Caritas und Spar starten Solidaritätsaktion für Bedürftige

"Aktion Herz" ermöglicht in der Fastenzeit unbürokratische Lebensmittelspenden an der Supermarkt-Kassa

03. März
2017
Schönborn über Fasten

"Weniger Konsum und mehr Gutes tun!"

Kardinal in "Heute"-Kolumne über christliches Verständnis von Fasten: "Ein paar Kilo weniger ist gut. Ein paar Lieblosigkeiten weniger ist besser"

Zulassung zur Taufe: Kardinal Christoph Schönborn
03. März
2017
Katechumenat

Österreichweit starker Anstieg bei Erwachsenentaufen

Boom von katholischen Taufen besonders bei Personen aus muslimischen Ländern - Kardinal Schönborn erteilte am Donnerstag 254 Wiener Taufbewerbern die Zulassung zum Sakrament.

02. März
2017
"Autofasten"

Verkehrsclub sieht "großes Einsparpotenzial"

ÖBB, Verkehrsverbund Ost-Region und VCÖ unterstützen kirchliche Fastenaktion - Ländervergleich zeigt Österreich als Autofahrernation, bei überproportional steigendem Autobestand

zurück #weiter#
Gipfelkreuz - verhüllt!
Bischof Scheuer am Großglockner
Ostern
Österreichweite Plakataktion
zurück #weiter#
image
Davids Harfe
Fastentuch von Lisa Huber
image
Salted Potatoes
Fastenexerzitien
image
Cultus: Aschermittwoch
image
Ostergruß
Bischof Krautwaschl
image
Du bist nicht tot
Frater Bernardo Opazo Aravena
image
Palmsonntag
Cultus: Feiertag im Kirchenjahr
image
Gründonnerstag
Cultus: Feiertag im Kirchenjahr
image
Karfreitag
Cultus: Feiertag im Kirchenjahr
image
Ostern
Cultus: Feiertag im Kirchenjahr
image
Fastenzeit 2016
Bischof Werner Freistetter
Ostern 2013
Botschaft von Kardinal Schönborn
Medienreferat der
Österreichischen
Bischofskonferenz

Stephansplatz 4/6/1
A-1010 Wien
©2017 Medienreferat der Österreichischen Bischofskonferenz. Alle Rechte vorbehalten.
http://www.katholisch.at/
Darstellung: