Monday 27. June 2016

»Jahr der Orden«

"Weckt die Welt auf!", rief Papst Franziskus den Ordensgemeinschaften anlässlich des Jahres des geweihten Lebens zu – und gab ihnen als Denkanstoß mit auf den Weg, sie mögen neue Pfade beschreiten und überkommene Gewohnheiten und Formen abwerfen. Das JAHR DER ORDEN stellte daher eine willkommene Gelegenheit dar, in sich hineinzuhören. Diese kritische Selbstreflexion mündete letztendlich in einen überzeugenden externen Impuls in die Gesellschaft und Kirche.

 

Das Fundament dazu lieferte die Gesprächsreihe "viel mehr wesentlich weniger", die zu Pfingsten 2015 in ORFIII gesendet wurde. Ordensleute zeigten sich hier gemeinsam mit Prominenten aus Politik, Kultur und Wissenschaft als (Quer-)Denker zu Beruf und Berufung. Das dazugehörige ON-Sonderheft samt DVD in einer Auflage von 5.000 Stück war schon bald vergriffen.

 

Ein Aktions-Logo, Rollups, Plakate, Aufkleber, Fahnen, Transparente und eine Homepage (www.jahrderorden.at) sorgten zusätzlich für die inhaltliche Verbreitung.

Gleich zu Beginn des Schwerpunktjahres setzten die Ordensgemeinschaften Österreich eine erste Initiative: Im Kampf gegen den Menschenhandel stehen Ordensleute seit Jahren in vorderster Reihe. Dieses Engagement wurde nun verstärkt – durch einen speziellen Ordenskalender, der kostenlos bezogen werden konnte. Verbunden war damit die Bitte, den Verein SOLWODI mit einer Spende zu unterstützen.

 


Tipps & Infos

Fakten zu den Ordensgemeinschaften weltweit
Die Zahlen sprechen für sich: Weltweit gibt es rund 900.000 katholische Ordensleute. Knapp ein Drittel der weltweit 415.000 Priester sind Ordensleute. In einigen Ländern Asiens mit einer kleinen katholischen Gemeinde, wie etwa der Türkei, sind nahezu alle Priester Ordensleute. Mehr als Zweidrittel aller Ordensleute, nämlich 700.000, sind weiblich. Gerade Frauenorden leiden allerdings seit Jahren unter einem deutlichen Rückgang der Eintritte. Von 2002 bis 2012 sank die Zahl der Ordensfrauen weltweit um mehr als zehn Prozent. Auch viele Männerorden sind überaltert. Auch sie dürften in den kommenden Jahren schrumpfen.
Fakten zu den Ordensgemeinschaften in Österreich
In Österreich gibt es derzeit 115 weibliche und 85 männliche Ordensgemeinschaften. Rund 3.950 Ordensfrauen, 1.500 Ordenspriester und 450 Ordensbrüder wirken im Land. Die 234 Ordensschulen werden von rund 50.000 Schülerinnen und Schülern besucht, in den 30 Ordensspitälern werden jährlich rund 515.000 Patienten betreut. Es gibt 500 heimische Ordensarchive bzw. -bibliotheken mit vier Millionen Büchern.
Webtipps

» Ordens-ABC

» Website zum Jahr der Orden

» ordensgemeinschaften.at

» Video-Reihe der Orden

» Termine im "Jahr der Orden"

 

Regionale Schwerpunkte

 

Mit "Mittwoch ist Ordenstag" (MiO) setzten viele Gemeinschaften in den Bundesländern regionale Schwerpunkte. Dabei zeugte die Bandbreite der Aktivitäten der einzelnen Ordensgemeinschaften von inspirierender Kreativität. Sie reichten, um nur einige Highlights zu nennen, vom sog. "Anliegenbuch" (das österreichweit ein Netz des Gebetes spannte) bis zum Tag der offenen Tür, vom selbstverfassten Theaterstück bis hin zu Diskussionsreihen, von Ausstellungen bis hin zu internationalen Symposien.

Vorbildliche Unterstützung erhielten diese Aktionen durch die Kirchenzeitungen; die Beilage "freigespielt" wurde österreichweit veröffentlicht.

 

Auch in den säkularen Medien rückte das Schwerpunktjahr in den Blickpunkt; der ORF legte einen besonderen Fokus auf Ordensleute als GesprächspartnerInnen. Salzburger Nachrichten oder die OÖNachrichten gestalteten Portraits oder Beilagen; lokale TV-Sender und Zeitungen folgten.

 

Eines der medial wirkungsvollsten Beispiele stellte die "Rote Ordenscouch" der Tiroler Ordensgemeinschaften dar. Mit diesem auffälligen Möbel gingen Ordensfrauen und -männer quer durch die Diözese Innsbruck auf Reisen. Sie luden die Menschen ein, mit ihnen ins Gespräch zu kommen - Powercouching der etwas anderen Art.

Einen persönlichen Beitrag lieferte auch Abtpräses Christian Haidinger, Erster Vorsitzender der Superiorenkonferenz der männlichen Orden Österreich: Er schrieb zum JAHR DER ORDEN seine Autobiografie. "Geh, wohin ich dich sende!" erschien am 1. September 2015 im Styria Verlag.

 

Das JAHR DER ORDEN wirkt weiter

 

Mit einem Rückblick fand das JAHR DER ORDEN am Ordenstag 2015 (23. November) in Österreich seinen Abschluss. Aber ist es damit zu Ende? Nein, es wird weiterwirken und weiter wirken: Einerseits im Jubiläum 2016 der Frauenorden "gottverbunden | freigespielt" und im "Jahr der Barmherzigkeit". Und in der Arbeit jeder einzelnen Ordensfrau und jedes einzelnen Ordensmann.

 

 

Autor:

Robert Sonnleitner

Medienbüro der Österreichischen Ordensgemeinschaften

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