Sunday 28. August 2016
Religion & Gewalt

Nach der verheerenden Anschlagsserie von Paris am 13. November, bei dem mehr als 130 Menschen an sechs verschiedenen Angriffsorten ums Leben kamen, steht die Welt unter Schock. Die Massaker, die auch mehr als 350 Verletzte forderten, waren nach ersten Ermittlungen eine minutiös koordinierte Kommandoaktion von Anhängern der Miliz Islamischer Staat (IS). Die mit Abstand meisten Opfer gab es beim Überfall auf ein ausverkauftes Konzert in der Konzerthalle "Bataclan". Ermittlungen zufolge war das Primärziel jedoch das Fußballländerspiel zwischen Deutschland und Frankreich mit knapp 80.000 Besuchern.

 

Frankreichs Präsident Hollande spricht von einem Kriegsakt des IS. Zahlreiche Staatsoberhäupter drückten ihr Beileid aus und versprachen Frankreich ihren vollsten Beistand in dieser schweren Stunde. Auch Österreichs Bischöfe äußerten sich entsetzt über die Gräueltaten. Kardinal Schönborn nannte die Terrorangriffe in einem Krone-Interview eine "Kriegserklärung gegen unsere Werte". Gerichtet sei diese "nicht nur gegen das Christentum, sondern auch gegen den Westen, gegen die Zivilisation, die Menschenwürde und auch gegen den Islam, der nicht den IS-Vorstellungen entspricht".

 

Zum Gebet für die Opfer der Terroranschläge in Paris hat der Innsbrucker Bischof Manfred Scheuer am Sonntag aufgerufen. "An diesem Sonntag beten wir für die Opfer der barbarischen Terroranschläge in Paris, für die Toten, für die Verwundeten und für deren Angehörige", so Scheuer wörtlich. Für solche Gewalt dürfe es keinerlei Rechtfertigung oder Verständnis geben, schon gar nicht religiös. Er hoffe sehr, so der Innsbrucker Bischof, "dass dieser Hass nicht das gesellschaftliche Klima mehr vergiftet, nicht unser Zusammenleben radikal verunsichert und dass die Angst davor nicht böse macht".

 

Auch Papst Franziskus fand klare Worte zu den Attentaten. Die mörderischen Anschläge von Paris können nicht mit religiösen Empfindungen gerechtfertigt werden. "Religiös bedeutet menschlich. Dies ist nicht menschlich".

 

Zuletzt bearbeitet am 17. November

von Marlies Mostögl

11. August
2016
Gegen Terror

Menschenkette um Wiener Minoritenkirche

Vertreter von 15 Jugendorganisationen setzten Zeichen gegen Gewalt und für gegenseitigen Respekt

06. August
2016
Islamische Theologin

Fanatismus hat auch religiöse Wurzeln

Islamische Theologin Mohagheghi bei "Salzburger Hochschulwochen": "Wer glaubt, fundamentalistische Gewalt habe mit Religion nichts zu tun, erliegt einer Selbsttäuschung"

01. August
2016
Papst

Islam ist nicht gewalttätig

Franziskus bei Rückflug vom Weltjugendtag zu Journalisten: Religion nicht mit fundamentalistischen Gruppen gleichsetzen - Auch inhumane Wirtschaft ist "Terrorismus"

01. August
2016
Laun

"Alles tun, die Moslems mit Jesus bekannt zu machen"

Salzburger Weihbischof in "profil"-Interview: Trotz Morddrohung würden "viele Muslime zum Christentum konvertieren" - Staat soll jene schützen, die Christen werden wollen

31. July
2016

Christen und Muslime trauern gemeinsam um ermordeten Priester

15.000 Muslime in Italien besuchten aus Solidarität katholische Sonntagsmessen - Auch offizieller Trauergottesdienst für Mordopfer Hamel in Frankreich mit starker muslimischer Beteiligung

31. July
2016
Krautwaschl

Terror nicht mit Generalverdacht erwidern

Grazer Bischof im "Krone"-Interview: Flüchtlingen droht es ähnlich zu gehen wie einst Priestern in der Missbrauchskrise - Christen zu Gewaltlosigkeit berufen, Feier des Weltjugendtages eine "Wirklichkeit, für die es sich einzusetzen lohnt"

"Gemeinsam gegen Terror"
Gedenken am Wiener Ballhausplatz
zurück #weiter#
image
Religiöse Satire
"Ein Recht, zu beleidigen"?
image
Spirale der Gewalt
zurück #weiter#
Worauf zielt der IS-Terror?
Antworten von Jürgen Manemann
Kardinal Schönborn
"Niemand verlässt seine Heimat ohne Grund"
Medienreferat der
Österreichischen
Bischofskonferenz

Stephansplatz 4/6/1
A-1010 Wien
©2016 Medienreferat der Österreichischen Bischofskonferenz. Alle Rechte vorbehalten.
http://www.katholisch.at/
Darstellung: