Samstag 25. Februar 2017
Religion & Gewalt

Nach der verheerenden Anschlagsserie von Paris am 13. November, bei dem mehr als 130 Menschen an sechs verschiedenen Angriffsorten ums Leben kamen, steht die Welt unter Schock. Die Massaker, die auch mehr als 350 Verletzte forderten, waren nach ersten Ermittlungen eine minutiös koordinierte Kommandoaktion von Anhängern der Miliz Islamischer Staat (IS). Die mit Abstand meisten Opfer gab es beim Überfall auf ein ausverkauftes Konzert in der Konzerthalle "Bataclan". Ermittlungen zufolge war das Primärziel jedoch das Fußballländerspiel zwischen Deutschland und Frankreich mit knapp 80.000 Besuchern.

 

Frankreichs Präsident Hollande spricht von einem Kriegsakt des IS. Zahlreiche Staatsoberhäupter drückten ihr Beileid aus und versprachen Frankreich ihren vollsten Beistand in dieser schweren Stunde. Auch Österreichs Bischöfe äußerten sich entsetzt über die Gräueltaten. Kardinal Schönborn nannte die Terrorangriffe in einem Krone-Interview eine "Kriegserklärung gegen unsere Werte". Gerichtet sei diese "nicht nur gegen das Christentum, sondern auch gegen den Westen, gegen die Zivilisation, die Menschenwürde und auch gegen den Islam, der nicht den IS-Vorstellungen entspricht".

 

Zum Gebet für die Opfer der Terroranschläge in Paris hat der Innsbrucker Bischof Manfred Scheuer am Sonntag aufgerufen. "An diesem Sonntag beten wir für die Opfer der barbarischen Terroranschläge in Paris, für die Toten, für die Verwundeten und für deren Angehörige", so Scheuer wörtlich. Für solche Gewalt dürfe es keinerlei Rechtfertigung oder Verständnis geben, schon gar nicht religiös. Er hoffe sehr, so der Innsbrucker Bischof, "dass dieser Hass nicht das gesellschaftliche Klima mehr vergiftet, nicht unser Zusammenleben radikal verunsichert und dass die Angst davor nicht böse macht".

 

Auch Papst Franziskus fand klare Worte zu den Attentaten. Die mörderischen Anschläge von Paris können nicht mit religiösen Empfindungen gerechtfertigt werden. "Religiös bedeutet menschlich. Dies ist nicht menschlich".

 

Zuletzt bearbeitet am 17. November

von Marlies Mostögl

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