Kanzlerin Bierlein lobt Verdienste von Kirchen und Religionen
Bundeskanzlerin Brigitte Bierlein hat bei einem Empfang für alle Vertreterinnen und Vertreter der österreichischen Kirchenzeitungen das Wirken gesetzlich anerkannter Kirchen und Religionsgesellschaften gewürdigt. Deren Beitrag "im Sozialen, im Familiären und durch den interreligiösen Dialog" sei wichtig, wird Bierlein in den Weihnachtsausgaben der Kirchenzeitungen zitiert. Die Regierungschefin hob auch den Beitrag der Religion für den einzelnen Menschen durch Gemeinschaft, Ausgleich und Stütze hervor. Bedauern äußerte die Juristin über die vielen Kirchenaustritte der letzten Jahre. Als früheres Mitglied der Unabhängigen Opferschutzanwaltschaft ("Klasnic-Kommission") kenne sie aber auch "die Missbrauchsfälle sehr genau".
Als größte Herausforderungen in der Zukunft nannte die vormalige Präsidentin des Verfassungsgerichtshofes (VfGH) die Themen Umwelt- und Klimaschutz, Bildung, Bundesheer, Justiz und Migration. Die Frage der Flüchtlingsströme muss laut Bierlein aber vor allem auf EU-Ebene beantwortet werden. Speziell in Österreich sah die Bundeskanzlerin die Notwendigkeit von Reformen im Sozialbereich und beim Verhältnis zwischen Bund und Länder. Aktuell heiße es jedoch "warten auf die neue 'reguläre' Regierung".
Eine weitere politische Position strebt Bierlein, seit 3. Juni erste Bundeskanzlerin Österreichs, laut eigenen Worten nicht mehr an. "Ich arbeite seit 1972", meinte die in Wien am 25. Juni 1949 in Wien geborene Top-Juristin dazu. Das aktuelle Amt nannte sie einen "schönen Abschluss". Bierlein war auch die erste Frau an der Spitze des Verfassungsgerichtshofes. Sie wurde am 23. Februar 2018 auf Vorschlag der Bundesregierung von Bundespräsident Van der Bellen dazu ernannt und hat dieses nach ihrer Ernennung zur Leiterin der aktuellen Übergangsregierung an den VfGH-Vizepräsidenten Christoph Grabenwarter abgeben.
Quelle: kathpress