
Neuer Kärntner Bischof übergab an Nachfolger
Mit einer symbolischen Schlüsselübergabe hat sich am Montag der Wechsel an der Spitze der Caritas Kärnten vollzogen: Der frühere Caritasdirektor und nunmehrige Bischof Josef Marketz übergab die Geschäfte an den von ihm ausgesuchten Nachfolger Ernst Sandriesser, berichtete die Caritas Kärnten in einer Aussendung am Montag. Mit "großem Respekt" vor der neuen Aufgabe" trete Sandriesser - laut eigenen Worten - in die Fußstapfen seines Vorgängers und jetzigen Diözesanbischofs, der die Caritas "innovativ weiterentwickelt und zu einer wichtigen Stimme der Menschlichkeit und Barmherzigkeit in unserem Land gemacht hat".
Als wichtigste Aufgabe seiner neuen Tätigkeit bezeichnete der studierte Theologe "Mind the gap", also Lücken zu sehen und sie "mit Menschlichkeit" zu schließen. Als Beispiele nannte er "Gerechtigkeitslücken, Gehaltslücken bei Frauen und eine gewaltige Lücke zwischen arm und reich.
Gemeinsam mit den "beherzten und engagierten Mitarbeitern wolle er daran arbeiten, dass die Schwächsten in unserer Gesellschaft einen Platz in der Mitte erhalten, so Sandriesser, der noch bis Ende Mai beim "Forum katholischer Erwachsenenbildung" in Wien als Bundesgeschäftsführer tätig ist. Für den neuen Direktor gehöre die Caritas schon jetzt "zu den besten 'social media channels' des Landes, weil sie das Beste im Menschen hervorruft und jeden Tag abertausende Likes zwischen Menschen ermöglichst".
Als Caritas-Direktor wolle er dem Leitsatz von Papst Franziskus folgen, der die "Caritas als die Umarmung Gottes, unseres Vaters, für jeden Menschen, vor allem für die Allerletzten und die Leidenden definiert" hat, so Sandriesser in "magdas LOKAL" in Klagenfurt. Der neue Caritas-Direktor wird seinen Dienst im Juni antreten und bis dahin an ausgewählten Tagen in Kärnten sein.
Experte in Umwelt- und Menschenrechtsfragen
Bischof Josef Marketz beschrieb seinen Nachfolger in der Caritas als "besonders qualifizierten Theologen und engagierten Experten in Umwelt- und Menschenrechtsfragen". Er habe ihn an die Spitze der Caritas berufen, weil Sandriessers soziale Verantwortung der gesamten Schöpfung gegenüber ihn für dieses verantwortungsvolle Amt prädestiniere.
Marketz kenne und schätze Sandriesser seit vielen Jahren als "engagierten und feinfühligen" Menschen. Er zeigte sich überzeugt, dass der neue Caritasdirektor "die kirchliche Hilfsorganisation im Sinne der Haltungen, die wir Christen mit Caritas - Liebe verbinden, erfolgreich weiterführen wird".
Lob von Landau
Anerkennung und Lob für Sandriesser als neuer Caritasdirektor Kärntens kam bereits im Vorfeld von Caritas-Präsident Michael Landau. Die Personalentscheidung von Marketz sei "sehr gut und erfreulich", meinte Landau wörtlich, der Sandriesser als erfahrenen Organisationsentwickler und Erwachsenenbilder sowie ausgewiesenen Theologen auf der Linie von Papst Franziskus beschrieb.
Ernst Sandriesser studierte Theologie in Wien, Salzburg und Salamanca und ist seit langem in der katholischen Erwachsenenbildung tätig. Er war von 2000 bis 2011 Pädagogischer Leiter des Bildungshauses Stift St. Georgen (Kärnten), leitete seit 2011 das Katholische Bildungswerk Kärnten und fungierte als Vorsitzender der Plattform Erwachsenenbildung Kärnten/Koroska (PEKK), dem Zusammenschluss der gemeinnützigen Erwachsenenbildungsanbieter in Kärnten. Daneben war Sandriesser seit 1997 Umweltbeauftragter der Diözese Gurk-Klagenfurt.
Quelle: kathpress