
Bischof: Grassierende Gewalt im Norden Mosambiks
Der Norden Mosambiks wird aktuell von einer Welle der Gewalt heimgesucht, die von Tag zu Tag anschwillt: Das hat Bischof Luiz Fernando Lisboa im Gespräch mit dem weltweiten katholischen Hilfswerk "Kirche in Not" betont. Alleine am 29. und 30. Jänner habe es in der Provinz Cabo Delgado sechs Angriffe gegeben, die "eine allgemeine Flucht zur Folge hatte und eine große Spur der Zerstörung hinterließ". Lisboa leitet die Diözese Pemba im Nordosten des Landes. Die Region ist seit drei Jahren Ziel terroristischer Anschläge. Die Ursachen und Hintermänner des mutmaßlichen islamistischen Terrors liegen immer noch im Unklaren. Es gebe auch keine verlässlichen Zahlen darüber, wie groß die Terroreinheiten sind.
Einer der neuerlichen Attacken habe eine Landwirtschaftsschule im Ort Bilibiza gegolten, rund zweihundert Kilometer von Pemba entfernt. Eine Hochschule sei dabei niedergebrannt worden. "Unsere Sicherheitskräfte können die Angriffe ohne internationale Hilfe nicht eindämmen", so der Bischof, der davon ausgeht, dass bereits mindestens 500 Menschen seit Ausbruch des Terrors ums Leben gekommen sind.
Es verdichteten sich die Zeichen, dass das Nachbarland Tansania Rekrutierungs- und Zufluchtsort für extremistische Kämpfer sein könne und diese sich unbemerkt zwischen den beiden Ländern bewegten. Sollten diese Vermutungen zutreffen, wäre das äußerst besorgniserregend, "denn wenn es ein internationales Netzwerk gibt sind die Terroreinheiten stärker und schwieriger aufzuhalten."
Die Auswirkungen auf die Bevölkerung seien verheerend, erklärte der Bischof weiter: "Die Dörfer leeren sich, die verbliebenen Einwohner bestellen die Felder nicht mehr." Eine Hungersnot stehe bevor. Dem Flüchtlingswerk der Vereinten Nationen zufolge sind über 100.000 Menschen im Norden Mosambiks auf der Flucht. Nicht nur der Terror, auch die Verwüstungen durch Wirbelsturm "Kenneth" Ende April 2019 habe viele Menschen obdachlos gemacht.
Er selber fürchte die Angriffe nicht, so Lisboa weiter: "Ich habe keine Angst. Ich versuche meine Aufgabe zu erfüllen." Diese bestehe vor allem darin, die Missionare zu unterstützen, "die vor Ort in der Schusslinie stehen. Sie sind sehr mutig". Während andere Organisationen gefährliche Orte längst verlassen hätten, sei die Kirche noch präsent und "wie eine Oase, zu der die Menschen gehen können, um zu weinen oder Hilfe zu suchen", so der Bischof. Unterstützung dafür komme auch von "Kirche in Not", betonte Lisboa: "Beispielsweise durch Fahrzeuge für Priester, damit sie ihre Gemeinden erreichen können, oder durch Hilfen für die Aus- und Weiterbildung von Seminaristen."
(Spendeninformation: IBAN: AT71 2011 1827 6701 0600; BIC: GIBAATWWXXX; Verwendungszweck: Mosambik)
Quelle: kathpress