
Grazer Komitee verurteilt Vandalismus an Synagoge
Angesichts der Angriffe auf die jüdische Synagoge in Graz hat sich das örtliche Komitee für christlich-jüdische Zusammenarbeit solidarisch mit der Jüdischen Gemeinde erklärt. In einer vom katholischen Bibelwissenschafter Johannes Schiller gezeichneten Reaktion verurteilte das Komitee die Taten als Ausdruck antijüdischer Ressentiments und Stereotypen.
Wie die Polizei laut Austria Presse Agentur (APA) mitteilte, warf ein unbekannter Täter in der Nacht auf Samstag mehrere Betonstücke gegen die Fenster an der Nordseite. Eine Scheibe ging dabei zu Bruch, mehrere Fenster wurden beschädigt. Bereits in der Nacht auf vergangenen Mittwoch war die Außenmauer der Synagoge mit propalästinensischen Parolen beschmiert worden. Auch das Gemeindehaus war Ziel des Vandalenaktes. Ermittlungen der Sicherheitsbehörden sind im Gang.
"Den zentralen Begegnungsort der Jüdischen Gemeinde mit politischen Parolen zu beschmieren, ist nicht nur Sachbeschädigung, sondern gefährdet die Sicherheit von Jüdinnen und Juden in Graz", erklärte das Komitee für christlich-jüdische Zusammenarbeit schon nach der ersten Tat. "Ein legitimer politischer Diskurs über Israel und Palästina, der notwendigerweise unterschiedliche Standpunkte und Interessen beinhaltet, kann nur in gegenseitigem Respekt geführt werden", hieß es.
Die Jüdische Synagoge in Graz wurde in der Pogromnacht vom 9. auf 10. November 1938 zerstört. Nach mehr als 70 Jahren wurde das wiedererrichtete jüdische Gebetshaus im November 2000 auf den übrig gebliebenen Mauern am ursprünglichen Standort wiedereröffnet.
Quelle: kathpress