
Scheuer: Religionslehrer müssen selbst auf festem Grund stehen
Erziehung und Begleitung sind nur durch Lehrerinnen und Lehrer möglich, "die generative Menschen sind, also Menschen, die selbst auf festem Grund stehen, Vertrauen vermitteln und Freude am Blühen anderer haben": Das betonte der Linzer Bischof Manfred Scheuer am Wochenende bei einem Gottesdienst im Linzer Mariendom, in dessen Rahmen er 18 neue Religionslehrerinnen und -lehrer in ihren Dienst sendete. Das Motto der Sendungsfeier lautete "Gott lässt wachsen".
In seiner Predigt sah Bischof Scheuer den Religionsunterricht in Bewegung zwischen unterschiedlichsten Spannungsfeldern: zwischen Privatisierung und Öffentlichkeit, zwischen Recht und Konkordat, zwischen Wirtschaft und Politik, zwischen Relevanz für die Identität von Menschen und dem Schicksal der Marginalisierung, zwischen Milieus und Mediengesellschaft, zwischen Bekenntnis und Pluralismusfähigkeit. In diesen Spannungsfeldern seien Religionslehrer Repräsentanten ihrer Religiosität.
Wörtlich sagte der Bischof in Richtung der neuen Lehrer: "Ihr verweist von eurer Person auf das, was ihr unterrichtet." Religionslehrer seien in ihrem eigenen Glauben angefragt, so Scheuer:
Wenn Religionslehrer die Klasse betreten, tritt mit ihnen auch die Kirche vor die Schüler. Das ist nicht selten eine Spannung zwischen der Welt der Kirche und der Welt der Jugend. Das geht nur dann gut, wenn man in der Kirche eine Beheimatung gefunden hat und kritisch-versöhnt mit ihr lebt.
Wie der Bischof weiter sagte, würden sich verschiedene Gottesbilder auf unterschiedliche Berufe beziehen: Gärtner, Töpfer, Bautischler, Architekt, Baumeister, Bauer, Arzt oder eben auch Lehrer und Erzieher. "Lehrerinnen und Lehrer stellen eine Dimension Gottes dar. Das ist eine hohe Würde und ein großer Anspruch", so Scheuer.
Quelle: kathpress