
Birnbacher: Kirche muss mit Vollmacht statt Machtgehabe verkünden
Die Kirche darf nach den Worten des Salzburger Erzabts Korbinian Birnbacher nicht nach weltlicher Macht und Durchsetzungsvermögen streben, sondern muss vielmehr die Frohbotschaft "mit Vollmacht verkünden": Sie habe sich um jene Glaubwürdigkeit zu bemühen, die Jesus eine "unwiderstehliche Anziehung" verliehen habe, und müsse dies auch in ihrer Sprache zum Ausdruck bringen, erinnerte der Vorsitzende der Österreichischen Ordenskonferenz am Sonntag beim Gottesdienst in der Salzburger Erzabtei St. Peter, der von den TV-Sendern ORF 2 und ZDF live übertragen wurde.
Allzu oft würde kirchliches Sprechen über Gott "durchfallen", bemerkte der Benediktiner-Erzabt. "Oft reden wir in einem abgehobenen Theologensprech und vergessen dabei, dass wir mit Vollmacht die Botschaft Christi verkünden sollen." Allerdings habe die Kirche sich in ihrer Geschichte "allzu oft mit äußerem Machtgehabe, dem Bündnis von Thron und Altar, mit Einfluss und Reichtum angebiedert". Auf das Verkünden des Evangeliums sei dabei vergessen worden.
Bemühen müsse sich die Kirche darum, sich für die Menschen einzusetzen, auf das Wort Gottes hören und sich auf jenen Gott einzulassen, "der uns mit seiner ganzen Person in Jesus Christus begegnet, der mit Vollmacht zu uns spricht", so der Erzabt. Jesus habe seine Macht "nicht von irgendeiner politischen Kraft" bezogen, sondern eine "natürliche Autorität" besessen. Dabei handle es sich um eine andere Macht als jene, deren Verlust in der Corona-Pandemie den Mächtigen wie auch allen Menschen am eigenen Leib zum Bewusstsein komme.
Die katholischen Ordensgemeinschaften, denen Vorsitzender Birnbacher ist, begehen am Dienstag zum Kirchenfest "Darstellung des Herrn" den "Tag des geweihten Lebens". Auftrag der Ordensleute sei die Suche nach Gott, erklärte der Erzabt - und zwar trotz der teils sehr weit zurückreichenden Tradition ihrer Gemeinschaften "nicht im Gestern, sondern in der Gegenwart". Vertrauen und Mut seien dabei nötig, erst recht in der Corona-Situation. "Als klösterliche Gemeinschaft beten wir immer für die Kirche und die ganze Welt. Wir schließen alle Menschen in unsere Feiern und Beten mit ein", so der Ordensmann.
Quelle: kathpress