
Dank an alle, die im Land Versorgung aufrecht erhalten
Militärbischof Werner Freistetter hat in seiner diesjährigen Osterbotschaft zum gesellschaftlichen Zusammenhalt aufgerufen und allen, die während der Pandemie besonderen Einsatz zeigen, seinen Dank ausgesprochen. Wörtlich hielt Freistetter fest: "Vergessen wir bei allem Unmut über das, was uns selbst auf die eine oder andere Weise abverlangt wird, nicht, all jenen Menschen dankbar zu sein, die für uns zusätzliche Mühen und Risiken auf sich nehmen, um die Grund- und Gesundheitsversorgung in unserem Land aufrechtzuerhalten, die Impfstoffe entwickeln, an Entscheidungen über Eindämmungsmaßnahmen beteiligt sind und an einer gerechten und sicheren Verteilung der notwendigen Ressourcen mitarbeiten!"
Freistetter betonte zudem, dass bei der Bekämpfung der Pandemie auch österreichische Soldaten im Einsatz seien, "und sie erfüllen diese Aufgaben sehr professionell und effizient, wovon ich mich etwa bei den Massentestungen in der Wiener Stadthalle selbst überzeugen konnte".
Der Bischof ging auf den Kern des Osterfestes - die Feier von Leiden, Tod und Auferstehung Jesu - ein: "Gerade in der scheinbar größten menschlichen Schwäche, der Ausgesetztheit, dem Ausgeliefertsein an ungerechte Gewalt, ereignet sich die Erlösung der Menschen, die Überwindung der Sünde, der zwischenmenschlichen Gewalt und des Todes." Die Schwachheit, die Entäußerung im Kreuz werde zur Mitte des christlichen Glaubens, so Freistetter unter Zitierung des Apostels Paulus.
Die frühe Kirche sei sich längere Zeit nicht sicher gewesen, ob die christliche Existenz in der Nachfolge Christi in diesem Sinn vereinbar sein könne mit dem Dienst des Soldaten. Die Kirche habe dies aber schließlich ausdrücklich bejaht: "Natürlich kann es nicht das Ziel christlicher Soldaten sein, militärisch wenig zuwege zu bringen oder die eigentlichen soldatischen Aufgaben anderen zu überlassen. Aber indem sie sich für die Sicherheit und die Grundrechte anderer Menschen im äußersten Fall unter Einsatz ihrer Gesundheit und ihres Lebens einsetzen, die Herrschaft des Rechts anerkennen und die Menschenwürde achten, sind sie im christlichen Sinn schwach, verletzlich", so Freistetter. Soldaten nützten ihre Position nicht aus, um ihre eigene Macht oder die Macht ihrer Gruppe mit Gewalt zu stärken, sondern würden sich - wie das Zweite Vatikanische Konzil es ausdrückt - als "Diener der Sicherheit und Freiheit der Völker" verstehen.
Quelle: kathpress