
Neue Briefmarke der Post zeigt alttestamentlichen Sündenfall
Der alttestamentliche Sündenfall ist das neueste und bereits 21. Motiv der Briefmarkenserie "Sakrale Kunst" der Post. Die Marke stellt eine der 41 biblischen Szenen dar, die auf dem 50 Quadratmeter großen Millstätter Fastentuch zu sehen sind. Auch der Pfarrkirche Millstatt und dem Hl. Domitian, dem Gründer der ersten Kirche Millstatts, wurde jeweils eine Sondermarke gewidmet.
Das Millstätter Fastentuch wurde 1593 von Oswalt Kreusel gemalt und ist mit rund 50 Quadratmetern das zweitgrößte Fastentuch Kärntens. Es besteht aus 41 Feldern mit 12 Szenen aus dem Alten und 29 Szenen aus dem Neuen Testament. Der Sündenfall ist das dritte Bildfeld der ersten Reihe und zeigt Adam und Eva vor dem Baum der Erkenntnis. Simultan im Hintergrund wird ihre Vertreibung aus dem Paradies festgehalten, da Eva einen der Äpfel pflückte und damit das göttliche Gebot übertrat.
Die neue Briefmarke erschien erstmals am 19. März, als die Post und der Philatelistenverein Sankt Gabriel zum offiziellen Verkauf im Millstätter Kongresshaus einluden. Pater Slawomir Czulak, Pfarrer von Millstatt, sprach von "einer besonderen Freude, dass mit der Sonderbriefmarke nun das Fastentuch einer breiten Öffentlichkeit über die Landesgrenzen hinweg vorgestellt und auf dieses einzigartige Kunstwerk aufmerksam gemacht wird". Die von Kirsten Lubach entworfene Sondermarke ist in einer Auflage von 200.000 Exemplaren erschienen und ist für 1,35 Euro erhältlich.
Weitere Motive der Briefmarkenserie "Sakrale Kunst" zeigen etwa den Tassilo-Kelch aus dem Stift Kremsmünster (erschienen 2011), das Glasbild der Strahlenkranzmadonna (2016) in der Pfarrkirche Steyr oder das Fresko "Der ungläubige Thomas" (2017) in der Pfarrkirche Thörl-Maglern in Kärnten.
Der Bezug zum Christentum auf Briefmarken ist keine Seltenheit. Geschätzte zehn bis zwanzig Prozent der österreichischen Briefmarken tragen christliche Motive, wie etwa der Linzer emeritierte Bischof Maximilian Aichern während der Präsentation der Sondermarke "Christus und ungläubiger Thomas" 2017 in seinem Grußwort betonte.
Die erste offizielle Briefmarke in Österreich erschien laut dem Verband Österreichischer Philatelistenvereine 1850. Der Verband feierte am 9. März sein 100-jähriges Bestehen.
Quelle: kathpress