
Burgenland: Caritas forciert wegen Corona Digitalisierung
Die Corona-Pandemie hat aufgezeigt, dass die Caritas ihr Hilfsangebote neu überdenken muss. "So sind wir gerade dabei, auch das Online-Angebot für Beratungen der Caritas neu aufzustellen", teilte die neue Caritas-Direktorin der Diözese Eisenstadt, Melanie Balaskovics, im Interview mit dem ORF Burgenland mit. Die bisher gewohnten Eins-zu-Eins-Beratungen in den Beratungsstellen der katholischen Hilfsorganisation hätten teilweise gar nicht durchgeführt werden können. "Wir entwickeln hier gerade Konzepte, um auch die Digitalisierung voranzutreiben", auch die Eröffnung eines "Carla-Online-Shops" sei geplant, so Balaskovics in "Burgenland heute" am Sonntag.
Verstärkte Bemühungen kündigte die Anfang des Jahres zur Caritas gewechselte und seit vergangener Woche offiziell als Direktorin tätige Balaskovics auch um Kinder und Jugendliche an, die "zu den großen Leidtragenden der Pandemie gehören ... und hier vor allem jene, die sich schwertun beim Lernen". Die Anmeldelisten für die vier Lerncafés der Caritas im Burgenland würden immer länger, Förderungen sollen zwei weitere ermöglichen, hofft Balaskovics. Seit Ausbruch der Pandemie werde dort verstärkt auf Video-Homeschooling gesetzt. "Es geht aber dort nicht nur ums Lernen, es gibt auch Kinder, die Halt im Leben brauchen", wies die Caritas-Direktorin hin. Wenn die Mitarbeitenden der Lerncafés dies erkennen, werde den Betroffenen auch noch eine Eins-zu-Eins-Betreuung geboten, "das konnten wir auch trotz Corona so gestalten".
Die Pandemie habe für verstärkte Nachfrage bei der Sozialberatung, der Nothilfe oder der Familienberatung der Caritas gesorgt. Als besonders betroffen von der steigenden Armut nannte Balaskovics Familien mit einem arbeitslos gewordenen Hauptverdiener und Alleinerzieherinnen. "Dort muss man jetzt auch wirklich ansetzen und sich überlegen, wie man in Zukunft diese Menschen wieder auffangen kann", betonte sie.
Mit Melanie Balaskovics (44) steht nach Edith Pinter erneut eine Frau an der Spitze der Caritas der Diözese Eisenstadt. Davor war die studierte Ökonomin mehr als zwei Jahrzehnte Mitarbeiterin des ORF Burgenland.
Quelle: kathpress