
Graz: Gedenken an Bischof Johann Weber
Vor rund einem Jahr, am 23. Mai 2020, starb der frühere steirische Diözesanbischof Johann Weber. Bei einem Gottesdienst in seinem Geburtsort Graz-Andritz wurde am Wochenende seiner besonders gedacht, wie die steirische Katholische Arbeitnehmerbewegung (KAB) in einer Aussendung mitteilte. Eingeladen hatten die Pfarre und die KAB. Grußworte kamen u.a. vom steirischen Landeshauptmann Hermann Schützenhöfer, der Weber u.a. als "Volksbischof der Herzen" bezeichnete. Auch der Grazer Altbürgermeister Alfred Stingl berichtete in seinem Grußwort von zahlreichen Begegnungen mit dem steirischen Oberhirten.
Anna Hollwöger, Generalsekretärin der Katholischen Aktion der Diözese Graz-Seckau, erinnerte an die vielen von Bischof Weber initiierten Dialog-Veranstaltungen. Von der Prägung Webers durch den Geist Josef Cardijns, des Begründers der internationalen Christlichen Arbeiterjugend (KAJ), berichtete Ingrid Staubmann. Sie hatte als 15-jährige seinerzeit Johann Weber noch als KAJ-Seelsorger kennen und schätzen gelernt.
Schwerpunkt: Trauer um Bischof Weber
Dankbar und ergriffen vom "menschlich-vornehmen Umgang" Bischof Webers mit den Schwestern der Kongregation der "Dienerinnen Christi" in Andritz-Ulrichsbrunn zeigte sich Oberin Sr. Brigita Pavic. Im Heim der Schwestern verbrachte Bischof Weber seine letzten Lebensjahre: "In seiner Gegenwart konnte man sich wohlfühlen, fühlte man sich angenommen. Wir sind überzeugt, dass er uns vom Himmel aus beschützt", so die Ordensfrau.
Schon in seiner Predigt hatte Pfarrer Alois Strohmaier, Geistlicher Assistent der Katholischen Arbeitnehmerbewegung Steiermark, auf das Bemühen Webers um den Dialog und das Überwinden von Gegnerschaften hingewiesen. Es sei Erbe und Auftrag dieses Bischofs, auch heute das Verbindende und das Gemeinsame auf den verschiedenen Ebenen zu betonen und zusammenzuführen.
Die hohe Wertschätzung für Bischof Johann Weber, sowie die Anerkennung der Arbeit der KAB, die heuer ihr 70-jähriges Bestandsjubiläum feiert, kam auch in einem Grußwort von Altbischof Maximilian Aichern zum Ausdruck. Bischof Weber habe "sehr eindrucksvoll der Frohbotschaft, dem Evangelium Jesu, ein Gesicht gegeben", so Aichern. Weber "musste und konnte mit Progressiven und Konservativen umgehen, er kannte von seiner bisherigen Tätigkeit in Arbeiterpfarren und bei der Katholischen Arbeiterjungend die Lebenssituationen unserer Leute und der Flüchtlinge, er ist immer für die Menschenwürde und das Miteinander eingetreten, er hat in diesem Dienst keine Müdigkeit gekannt". Bischof Weber habe manches im kirchlichen Bereich gewagt "und trat insgesamt immer für eine Kultur der Achtsamkeit ein, weil nur sie zum Frieden und Erfolg führt".
Johann Weber war von 1969 bis 2001 Bischof der Diözese Graz-Seckau. Von 1995 bis 1998 war er zudem Vorsitzender der Österreichischen Bischofskonferenz.
Quelle: Kathpress