
Ksoe-Neustart schreitet voran: Schlagnitweit als Direktor bestellt
Auf dem Weg einer Neuaufstellung der Katholischen Sozialakademie Österreichs (ksoe) wurde mit der Bestellung eines neuen Direktors ein wichtiger weiterer Schritt gesetzt: So wurde der derzeitige interimistische Direktor, der Linzer Priester, Sozial- und Wirtschaftsethiker Markus Schlagnitweit, der die ksoe bereits von 2005 bis 2009 leitete, von der Österreichischen Bischofskonferenz für fünf Jahre zum Direktor bestellt.
Zuletzt hatte außerdem der Vorsitzende der Bischofskonferenz, Erzbischof Franz Lackner, bei einer Pressekonferenz erklärt, dass das neue Statut der ksoe bei der jüngsten Sommervollversammlung der Bischöfe beschlossen wurde. Offiziell wirksam werden das Statut und die Bestellung Schlagnitweits allerdings erst mit Veröffentlichung des Protokolls der Vollversammlung. Dem neuen Direktor steht ein fünfköpfiges Kuratorium zur Seite, das als Aufsichtsrat fungiert, sowie ein wissenschaftlicher Beirat.
"Es ist ein Start von null weg", sagte Schlagnitweit in einer ersten Reaktion gegenüber der Kooperationsredaktion der österreichischen Kirchenzeitungen. An ihm liegt es nun nicht nur, die Neuaufstellung der ksoe als Kompetenzstelle im Blick auf die Katholische Soziallehre und als Dialogplattform mit Leben zu füllen, sondern auch, ein neues Team zusammenzustellen. Die Verträge der bisherigen 13 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter laufen Ende Juni aus. Künftig werde es beim Personal sicher eine Verschlankung geben, so Schlagnitweit. Dafür solle die Entlastung des finanziellen Drucks bei den Personalkosten zugleich "kreative Freiräume öffnen", heißt es im Beitrag der Kooperationsredaktion.
Marketz: "Kompetenzzentrum und Dialogplattform"
Im Juni 2020 hatten die Bischöfe einen auf ein Jahr veranschlagten Reformprozess für die ksoe beschlossen. Begleitet wurde dieser Prozess durch eine Lenkungsgruppe, der u.a. die Bischöfe Werner Freistetter, Hermann Glettler und Josef Marketz angehören. Gegenüber den Kirchenzeitungen gab nun Bischof Marketz Einblicke in diese inhaltliche Neuaufstellung. So habe man die ksoe "nicht als Vertreterin einer bestimmten Lesart von katholischer Soziallehre konzipiert, sondern als Kompetenzzentrum und Dialogplattform". Das bedeute etwa, dass die Positionen der Soziallehre sich im interdisziplinären Dialog zwischen Theologie, Philosophie, Sozialwissenschaften und Ökologie erst profilieren müssen. In der Praxis bedeute dies, dass man im Ausgang von einer "hohen Gesinnungsethik" zugleich die Realität gesellschaftlicher Kompromissbildungen berücksichtigen müsse.
In ihrem methodischen Vorgehen bleibe die ksoe sich treu, versicherte Marketz, d.h. dass sie "ganz im Sinne des Zweiten Vatikanischen Konzils die 'Zeichen der Zeit'" wahrnehmen solle. Schließlich stehe die Welt massiven sozialen, ökologischen und kulturellen Herausforderungen gegenüber, in denen die Kirche nurmehr eine von vielen Stimmen sei. In dieser Situation brauche die kirchliche Sozialverkündigung ein tragfähiges Fundament.
Allianz für den freien Sonntag jetzt bei KAÖ
Im Rahmen der Neuaufstellung der ksoe wurde außerdem laut dem Bericht der Kooperationsredaktion der Kirchenzeitungen die enge Verzahnung mit der Allianz für den freien Sonntag gelöst. Da die neue ksoe keine Kampagnenarbeit im engeren Sinne mehr betreiben werde, passe es nicht ins Bild, einer Einrichtung wie der Sonntags-Allianz "Heimat" zu bieten. Diese finde das Bündnis nun in der Katholischen Aktion Österreich (KA), bestätigte Allianz-Sprecher Philipp Kuhlmann: "Manche Gliederungen, wie die Katholische Arbeitnehmer/innenbewegung und die Katholische Frauenbewegung, waren bereits Gründungsmitglieder der Sonntagsallianz", so Kuhlmann.
Quelle: kathpress