
Semesterende: Wiener Theologie-Dekan Pock zieht Positiv-Bilanz
War das in diesen Tagen zu Ende gehende Sommersemester für Studierende ein verlorenes Semester? Nein, sagt der Dekan der Katholisch-Theologischen Fakultät der Universität Wien, Prof. Johann Pock. Zwar hätten im Bereich der Entwicklung von Forschungsprojekten die notwendigen Kreativ-Prozesse unter den digitalen Bedingungen gelitten, insgesamt jedoch konnte etwa die Digital-Kompetenz bei Lehrenden wie Studierenden weiter gesteigert werden, so Pock im Gespräch mit Kathpress.
Zuletzt sei es sogar zu einer Steigerung der Prüfungsaktivitäten gekommen; auch habe die Digitalisierung des Lehrbetriebs eine "Internationalisierung" befördert, insofern es leichter gewesen sei, externe Lehrende für Seminare oder Vorlesungen zu gewinnen. Auch berufstätigen Studierenden und Studierenden, die andernorts wohnen, sei der Corona-bedingte Digitalisierungsschub entgegengekommen. In diesem Zusammenhang verwies Pock etwa auf die unter großem Interesse digital abgehaltene Ringvorlesung zum interreligiösen Dialog unter Leitung von Prof. Regina Polak.
"Live" und vor Ort konnte hingegen ein wichtiger historischer Akzent gesetzt werden: Die Überreichung einer Stellungnahme der Katholisch-Theologischen Fakultät an die jüdische Gemeinde im März aus Anlass des Gedenkens an den 600. Jahrestag der "Wiener Gesera". In der Erklärung räumte die Fakultät ihre Mitverantwortung an der damaligen Judenverfolgung ein und verpflichtete sich dazu, Antisemitismus und Rassismus aktiv zu bekämpfen.
Zu den "wichtigsten Ereignissen" im personellen Bereich gehörte laut Pock im vergangenen Semester die Berufung des vormals in München lehrenden Sozialethikers Prof. Alexander Filipovic als Nachfolger der emeritierten früheren Sozialethikerin Prof. Ingeborg Gabriel. Zudem konnte der orthodoxe Theologe Ioan Moga die Qualifizierungsvereinbarung seiner "Tenure Track-Stelle" erfüllen und lehrt nun als assoziierter Professor für Orthodoxe Theologie an der Wiener Fakultät.
Verhalten zeigt sich Pock im Blick auf das kommende Wintersemester. Es werde universitär als "Übergangssemester" bewertet, da die Entwicklung der Infektionszahlen nicht absehbar seien - auch seien viele der rund 90.000 Studierenden an der Universität Wien noch nicht geimpft, was einen weiteren Unsicherheitsfaktor bedeute. Fix ist indes, dass die Fakultät für den 14. Oktober ihren traditionellen "Dies facultatis" plant - mit einem Festvortrag des Wiener Oberrabbiners Jaron Engelmayer. (Infos: https://ktf.univie.ac.at)
Quelle: kathpress