
NÖKISS-Herzogenburg: "Weiße Feder" an Anti-Mafia-Projekt
Halbzeit bei den "Niederösterreichischen Kindersommerspielen" (NÖKISS) im Stift Herzogenburg. Teil Eins fand von vergangenem Freitag bis Sonntag statt und führte tausende Besucher nach Herzogenburg, ehe die Fortsetzung am kommenden Wochenende folgt. Im Rahmen der Eröffnung verlieh der Herzogenburger Propst Petrus Stockinger die "Weiße Feder 2021" an das Lerncafé Herzogenburg, die Dreikönigsaktion der Katholischen Jungschar und an den Aktivisten und Streetworker Giovanni Savino aus Neapel für sein Anti-Mafia-Projekt. Mit der "Weißen Feder von Herzogenburg" werden jedes Jahr in verschiedenen Kategorien Menschen ausgezeichnet, die etwas Besonderes für Kinder leisten. Die Jury besteht großteils aus Kindern.
Giovanni Savino ist Pädagoge, Streetworker und Leiter des Projekts "Il tappeto di Iqbal", einer Zirkusschule, die versucht, Kinder vor den Fängen der Camorra, der neapolitanischen Mafia, zu schützen. In Neapel herrscht eine enorme Jugendarbeitslosigkeit. Für viele Jugendliche besteht die einzige Möglichkeit für einen Job in der Schattenwirtschaft der Mafia-Clans, vor allem im Drogenhandel. Ziel von Giovanni Savino sei es, die Kinder und Jugendlichen weg von der Straße und zurück in die Schule zu bringen, würdigte die Jury die Arbeit des Pädagogen. Der italienische Streetworker bekam die Auszeichnung in der Kategorie "international".
In der Kategorie "national" bekamen die Sternsinger (Dreikönigsaktion) den Preis. Wenn die Sternsinger durch die Straßen ziehen, "dann setzen sich Kinder für andere Kinder ein". Rund 500 Projekte würden über eine Million Menschen in den Armutsregionen Afrikas, Asiens und Lateinamerikas direkt erreichen, hieß es in der Begründung der Jury.
"Regional" wurde das Caritas Lerncafé Herzogenburg mit der Weißen Feder ausgezeichnet. In den Lerncafés der Caritas würden Kinder aus sozial benachteiligten Familien kostenlose Unterstützung beim Lernen und damit bessere Zukunftschancen erhalten. Das Lerncafé in Herzogenburg begleitet Kinder nun schon seit 2017 auf ihrem Weg zum Pflichtschulabschluss.
Nachdem die NÖKISS im vergangenen Jahr Corona-bedingt nur in einer extrem abgespeckten Version stattfinden konnte, gibt es heuer wieder ein "buntes Fest unter halbwegs normalen Bedingungen", wie die Veranstalter mitteilten. Für alle Teilnehmenden wie auch Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter galt und gilt die 3-G-Regel. Am Sonntag gab es zudem eine Covid-Impfaktion im Stift.
Eigentlich hätte heuer auch das 50-Jahr-Jubiläum der NÖKISS stattfinden sollen. Das wird aber auf 2022 verschoben, damit unbeschwerter gefeiert werden kann. Einen Grund zum Feiern findet sich aber trotzdem, denn die "Wakaiuk Apachen", die Katholische Jungschar der Pfarre Herzogenburg, wurde vor genau 50 Jahren gegründet. 1971 haben sie ein Kindervolksfest veranstaltet, um Zelte kaufen zu können. Das war der Beginn der NÖKISS. (Infos, Anmeldung und Tickets: www.noekiss.at)
Quelle: kathpress