
Weihbischof Hofer: Kirche braucht Offensive der "Nachgeh-Seelsorge"
Zu einer offensiven "Nachgeh-Seslsorge" hat der Salzburger Weihbischof Hansjörg Hofer aufgerufen. Im Interview mit dem Salzburger "Rupertusblatt" (aktuelle Ausgabe) zeigte sich Hofer angesichts der Pandemie skeptisch, dass in der Kirche wieder der gleiche Normalbetrieb wie vor der Pandemie einkehren wird. "Ich vermute, von selber werden viele leider nicht mehr kommen. Vielleicht hat sich mancher den Gottesdienstbesuch endgültig abgewöhnt. Deshalb sind wir alle gefordert, ein missionarisches Zeichen zu setzen und ganz bewusst zu den Menschen zu gehen." Ohne eine gewisse "Rückhol-Aktion" werde es wohl nicht gehen, so Hofer: "Offene Arme, eine werbende Sprache und vieles andere mehr sind da notwendig."
Ihm sei während der Pandemie zudem deutlich geworden: "Das Leben ist gefährdet. Wir haben nicht viel in der Hand. Wir sind nicht die Herren der Schöpfung." Ein unbegrenztes Wachstum könne es auf Dauer nicht geben. Vielfach tauche auch die Frage nach Gott wieder auf. "Vielleicht geht es auch darum, Gott seinen eigentlichen Platz wieder zuzuerkennen." - Das seien einige Ansätze, "die wir vertiefen müssen. In vielen ist auch wieder eine Sehnsucht nach dem Gottesdienst aufgebrochen. Diese Zeichen müssen wir ernst nehmen."
Auf seine Aufgaben als Weihbischof angesprochen, sagte Hofer: "Ich versuche, unseren Erzbischof so gut es geht zu unterstützen: in sakramentalen, liturgischen und repräsentativen Aufgaben bei Firmungen, Jubiläen, diversen Festen oder speziellen Anlässen." Eine schöne und wichtige Aufgabe seien die Visitationen in den Pfarren. Dabei habe er neben vielen Begegnungen die Möglichkeit, "den unzähligen ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in den Pfarren zu danken". Hofers Fazit: "Hut ab vor all diesen Leuten, die so viel Zeit in die Pfarren investieren. Sie sind die wahren Schätze der Kirche. Von ihrem Einsatz leben unsere Pfarrgemeinden."
Quelle: kathpress