
Brandenburgs Kulturministerin würdigt Heiligenkreuzer Mönche
Brandenburgs Kulturministerin Manja Schüle hat am 5. Oktober Stift Heiligenkreuz besucht. Von hier aus wurde 2018 das Priorat Neuzelle gegründet, das im ehemaligen Ostdeutschland liegt. Im Interview mit der Wiener Kirchenzeitung "Der Sonntag" (aktuelle Ausgabe) würdigte die Ministerin das Wirken der Mönche. Der Besuch im Stift Heiligenkreuz habe sie sehr berührt. "In der Abtei wird die mehr als 800-jährige Geschichte greifbar, spürbar, erlebbar. Eine solch lange ununterbrochene Traditionslinie ist etwas Besonderes, gerade in unserer ansonsten oft so schnelllebigen Zeit", so Schüle wörtlich.
Die Stärke der Zisterzienser sei es, Orte der Gemeinschaft zu schaffen. Das könne man in Heiligenkreuz eindrucksvoll erleben "und genau das werden sie auch in Neuzelle tun", zeigte sich die Ministerin überzeugt. Deswegen begrüße sie es sehr, dass das neu geschaffene Priorat an zwei Standorten Räume und Angebote für Gemeinschaft schafft: mit dem Religionsunterricht für Jüngere und der Seelsorge für alle Katholiken am alten Kloster-Standort in Neuzelle sowie mit dem Kloster-Neubau in Treppeln "als Tankstelle für die Seele, als Ort der Ruhe und Besinnung".
Sie sei den Mönchen aus Heiligenkreuz und ihrem Abt Maximilian Heim ausgesprochen dankbar, dass sie ausgerechnet im eher kirchenfernen Brandenburg eine Klosterneugründung wagen. Dieser Beschluss sei eine historische Entscheidung. Die Wiederansiedlung knüpfe auch an die jahrhundertealte Stiftstradition in Neuzelle an: "Rund 750 Jahre Kloster Neuzelle sind auch 750 Jahre Kulturgeschichte in Brandenburg."
Die Klostergründung am alten Standort in Verbindung mit einem Neubau auf dem Areal der historischen Kloster-Ländereien würden Neuzelle als Ort der Kultur und Bildung um eine religiöse und spirituelle Komponente bereichern. "Der Ort, die Region gewinnen dadurch an Authentizität, an Ausstrahlung, an Leben. Ich lade die Wienerinnen und Wiener herzlich dazu ein, sich persönlich davon zu überzeugen", so Schüle.
Breite Unterstützung für Priorat
Brandenburg sei ein weltoffenes, tolerantes und religionsfreundliches Land. Auch wenn gerade einmal drei Prozent der Brandenburger der Katholischen Kirche angehören - die Unterstützung der Menschen gehe weit darüber hinaus. "Außerordentlich viele Menschen vor Ort, im Land und darüber hinaus und mit unterschiedlichsten Hintergründen unterstützen diese Wiederansiedlung und freuen sich über das Wirken der Mönche", so die Kulturministerin. Sie kenne wenige Projekte, "die von so breiter Unterstützung in Gesellschaft und Politik getragen werden". Das habe etwas mit dem sehr offenen und zugewandten Auftreten der Mönche in Neuzelle zu tun.
Dass die Mönche zudem ausgerechnet Treppeln als dauerhaften Ort auswählten, habe zudem etwas sehr Symbolhaftes: "Der Kloster-Neubau ist eine gelungene Nachnutzung für das ehemalige Gelände der DDR-Staatssicherheit und hat damit etwas sehr Versöhnliches."
Beim Besuch der Ministerin in Heiligenkreuz wurde auch bekannt gegeben, dass der Neubau in Treppeln nach einem Entwurf der mexikanischen Architektin Tatiana Bilbao (49) entstehen soll. "Der soziale Aspekt spielt bei ihr eine Rolle, sie lässt sich besonders auf die Nutzer und die Umgebung ihrer Bauwerke ein", erklärte P. Kilian Müller, Ökonom des Zisterzienserpriorats Neuzelle. Die Zisterzienser wünschten sich von ihr eine "zeitgemäße Übersetzung" der Traditionen ihres Ordens. Bilbao wurde 2012 mit dem Kunstpreis Berlin und 2014 mit dem "Global Award für Sustainable Architecture" ausgezeichnet.
(Das ganze Interview mit Manja Schüle zum Nachlesen: www.dersonntag.at)
Quelle: kathpress