
Verleihung der "Bischof-Laszlo-Preise 2020" mit Filmbiografie
Ein für 12. November in Eisenstadt geplantes Symposium über "Christsein im Donauraum" wartet mit einem besonderen "Zuckerl" auf: Präsentiert wird dabei die Filmbiografie einer 1995 verstorbenen Persönlichkeit, der als erster burgenländischer Bischof das kirchliche Leben im östlichsten Bundesland Österreichs maßgeblich mitgeprägt hat: "DDr. Stefan Laszlo - Bischof, Brückenbauer, Baumeister - Erinnerungen an einen großen Burgenländer" lautet der Titel der 25-minütigen Dokumentation, bei der sich Redakteur Günter Welz und Kameramann Max Pehm auf Bildmaterial des Diözesan- und des ORF-Burgenland-Archivs sowie auf Interviews mit Zeitzeugen stützten.
Wie die Diözesan-Website www.martinus.at weiter ankündigt, lädt die "Bischof DDr. Stefan Laszlo-Gesellschaft" am Freitag um 17 Uhr im Eisenstädter Haus der Begegnungzusätzlich mit einem Jahr Verspätung auch zur Verleihung der "Bischof DDr. Stefan Laszlo-Preise 2020". Ausgezeichnet werden damit alle zwei Jahre wissenschaftliche Arbeiten, die sich mit dem Zusammenleben der Völker in Mitteleuropa oder der Kirchen- und Landesgeschichte des Raumes des heutigen Burgenlandes oder der Geschichte und dem Wirken laienapostolischer Gruppen beschäftigen.
Den mit 3.500 Euro dotierten Hauptpreis erhält Florian Oppitz für seine Diplomarbeit über "Christliche Lebenswelten" in den pannonischen Donauprovinzen vom 3. bis 7. Jahrhundert. Eine Masterarbeit über den Malteser-Ritter-Orden von Florian Schwetz wird mit dem Anerkennungspreis (1.000 Euro) bedacht. Förderpreise zu je 500 Euro gehen an Leo Lentsch und Florian Mitrovits für vorwissenschaftliche Arbeiten.
Anlass für die neue, von der Laszlo-Gesellschaft beauftragte Filmbiografie über den ersten Bischof des Burgenlandes ist das im Vorjahr begangene Jubiläum "60 Jahre Diözese Eisenstadt". Laszlos Nachfolger Bischof Ägidius J. Zsifkovics will im Rahmen des Symposiums in einem Kurzreferat Aspekte aus dem Leben und Wirken des filmisch Porträtierten erläutern, die auch in Gegenwart und Zukunft der Diözese Eisenstadt beachtenswert sind. Die Doku soll nach der Uraufführung auch auf der Website der Diözese Eisenstadt sowie als DVD verfügbar sein. (Link: www.martinus.at)
Biografische Daten
Stephan Laszlo kam 1913 als Sohn eines ungarischen Vaters und einer kroatischen Mutter in der multikulturellen Donaumonarchie zur Welt. Nach dem frühen Tod des Vaters kehrte Laszlos Mutter, eine Volksschullehrerin, mit ihrem Sohn in ihre Heimatgemeinde Trausdorf zurück, beide bekamen als Einwohner des neu gegründeten Burgenlandes die österreichische Staatsbürgerschaft. Der dreisprachig aufgewachsene Stefan beendete das Gymnasium im Knabenseminar Hollabrunn, trat erst in das Wiener, dann ins neue Burgenländische Priesterseminar ein und wurde im Juli 1936 zum Priester geweiht.
Nach der Promotion 1937 in Wien zum Dr. theol. studierte Laszlo bis 1939 kanonisches Recht in Rom und arbeitete danach an der Apostolischen Administratur des Burgenlandes. 1954 wurde er Nachfolger von Joseph Schoiswohl als Apostolischer Administrator des Burgenlandes. 1956 wurde er zum Titularbischof von Metellopolis ernannt und erhielt am 11. November 1956 in Eisenstadt die Bischofsweihe. Am 14. Oktober 1960 wurde er zum Bischof der neuerrichteten Diözese Eisenstadt ernannt und blieb dies mehr als 32 Jahre lang, bis 1992 sein altersbedingtes Rücktrittsgesuch angenommen wurde. Bis zur Einführung seines Nachfolgers Paul Iby am 24. Jänner 1993 leitete Laszlo die Diözese als Apostolischer Administrator.
Stephan Laszlo starb am 8. März 1995 in Eisenstadt. Er ist in der Krypta des Martinsdoms beigesetzt.
Quelle: kathpress