
"Msgr.-Otto-Mauer-Preis 2021" geht an Katrin Hornek
Der "Msgr. Otto Mauer Preis 2021" würdigt kurz nach Beendigung des Weltklimagipfels in Glasgow mit der Katrin Hornek eine Künstlerin, die in ihrem Werk die menschengemachte Gefährdung und Zerstörung der Umwelt thematisiert. Die Jury zeigte sich davon beeindruckt, dass die 38-jährige Wiener Performance Künstlerin "in einer unverkennbaren Formensprache auf vielgestaltige Weise das 'Anthropozän' hinterfragt - jenes Zeitalter, das entscheidend von den Eingriffen des Menschen und dessen kapitalistisch getriebenen Aktivitäten geprägt ist, was tiefgreifende Veränderungen der Ökosysteme zur Folge hat". Das teilte der Otto-Mauer-Fonds, der die mit 11.000 Euro dotierte Auszeichnung heuer zum 41. Mal vergibt, am Montag in einer Aussendung mit.
Der "Msgr. Otto Mauer Preis" gilt als eine der wichtigsten Ehrungen für junge Kunstschaffende in Österreich. Überreicht wird Katrin Hornek der Preis - der an den Wiener Priester, Künstlerseelsorger, Galeriegründer und Sammler Otto Mauer (1907-1973) erinnert - von Nikolaus Krasa, dem Generalvikar der Erzdiözese Wien. Der Festakt unter den zu diesem Zeitpunkt geltenden Corona-Regelungen ist für Donnerstag, den 2. Dezember 2021, um 19.30 Uhr in den Festräumen des Erzbischöflichen Palais (Wollzeile 2, 1010 Wien) geplant.
Zusammengesetzt war die Jury heuer - unter dem Vorsitz des Wiener Jesuiten und Kunsthistorikers Gustav Schörghofer - aus der Mauer-Preisträgerin 2008, Isa Rosenberger, der Direktorin des Wiener Dommuseums, Johanna Schwanberg, sowie aus Barbara Horvath, Künstlerische Leiterin des Kunstvereins Eisenstadt.
"Homo sapiens" als Naturgewalt
Wie aus der Begründung der Jury hervorgeht, zeichne die 1983 in Niederösterreich geborene Katrin Hornek "kritische Reflexion relevanter zeitgenössischer Themen" aus. Ihr Oeuvre ermutige zu "fürsorglicher Aufmerksamkeit gegenüber der Erde und ihren Ressourcen". Besonders spannend erschien der Jury, dass Hornek Projekte auch gemeinsam mit Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern entwickelt "und geopolitische, wirtschaftliche und philosophische Inhalte künstlerisch umsetzt". Und dies äußerst vielfältig: Hornek arbeitet mit Fotografien, raumgreifenden Settings, Skulpturen, Video- und Soundinstallationen. "Von Körpersteinen über die Darstellung von speicherbaren CO2-Zyklen und die Umwandlung toter Organismen zu Öl und Plastik bis hin zur Verwendung geologischer Schichten der Erde als musikalische Partituren" begreift die Künstlerin laut der Jury-Würdigung die "natürliche Mitwelt" als Körper und anderswo den "homo sapiens" als Naturgewalt.
Ein Bild von ausgewählten Arbeiten Horneks können sich Interessierte ab 26. November machen, wenn um 19 Uhr in Bozen (Ar/ge Kunst, Museumsstraße 29) ihre Ausstellung "Plant, Plant" eröffnet wird. Auch die schon traditionelle Werkschau der jeweiligen Mauer-Preisträger im "JesuitenFoyer" (Bäckerstraße 18, 1010 Wien) wird es geben, coronabedingt allerdings erst im Frühjahr 2022. Eröffnung und Ausstellungsdaten werden zeitnah bekannt gegeben, hieß es.
Unter den Ausgezeichneten viel Prominenz
Seit 1981 verleiht der Otto-Mauer-Fonds der Erzdiözese Wien den "Msgr. Otto Mauer Preis" für bildende Kunst. Der Fonds wurde von Kardinal Franz König und dem Erben Mauers, Prälat Karl Strobl, gegründet und dient im Gedenken an den Namensgeber dem Ziel, den Dialog zwischen Kirche, Kunst und Wissenschaft lebendig zu halten und weiterzuführen.
Unter den mit dem Mauer-Preis ausgezeichneten Künstlern finden sich u.a. Erwin Wurm (1984), Franz West (1986), Brigitte Kowanz (1989), Manfred Erjautz (1999), Florian Pumhösl (2000), Dorit Margreiter (2002), Andreas Fogarasi (2016) und zuletzt (2020) Barbara Kapusta. In den vergangenen 40 Jahren waren weiters rund 100 prominente Vertreter aus dem zeitgenössischen Kunstbereich - Künstler, Kuratoren, Museumsdirektoren und Journalisten - in der jährlich wechselnden Jury vertreten.
Neben der jährlichen Vergabe des Kunstpreises fließt der weitaus größte Teil der Mittel des Otto-Mauer-Fonds in die Förderung aktueller Projekte in den Bereichen bildende Kunst, Musik, Theater, Film, Wissenschaft, Erziehung und Erwachsenenbildung. 2021 wurden u.a. folgende Projekte unterstützt: der Film "Traxes" von Karl Wratschko, der das globale Phänomen des Klimawandels im lokalen Kontext der Stadt Wien verhandelt, die Errichtung des "Gedenkort für Menschen, die auf der Flucht verstorben sind" am Stadtfriedhof Linz/St. Martin, die Marathonlesung "Sein Kampf - Antwort an Hitler von Irene Harand" und die Tagung "Spiritualität und Nachhaltigkeit" des Forum St. Stephan. (Info: www.otto-mauer-fonds.at; Info zu Katrin Hornek www.katrinhornek.net)
Quelle: kathpress