
"100 Jahre Stecher": Verein lädt zur Benefizaktion für Kinder
Mit einem Festreigen, Benefizaktionen sowie zahlreichen Würdigungen wird in Tirol dieser Tage des 2013 verstorbenen Innsbrucker Bischofs Reinhold Stecher (1921-2013) gedacht. Am 22. Dezember, an dem der über die Landesgrenzen hinaus geschätzte Seelsorger, Künstler und Bergsteiger 100 Jahre alt geworden wäre, findet um 18 Uhr ein Gedenkgottesdienst mit Bischof Hermann Glettler im Innsbrucker Dom statt, zugleich startet eine Spendeninitiative zugunsten benachteiligter Kinder. Außer an weitere Termine erinnerte der Bischof-Stecher-Gedächtnisverein am Dienstag auch an die herausragende Bedeutung des beliebten Bischofs - und ließ dabei zahlreiche Prominenz aus Kirche und Gesellschaft zu Wort kommen.
"Herz haben, Herz zeigen für Kinder!" ist das Motto der "Bischof-Stecher-Talenteförderung", welche der nach dem früheren Bischof benannte Gedächtnisverein gemeinsam mit der Diözese Innsbruck am 22. Dezember startet. Mittels Spendenwürfeln mit Zeichnungen Stechers sollen Mittel gesammelt werden, die dann über Organisationen wie die YoungCaritas benachteiligten Kindern und Jugendlichen zugutekommen. Zahlreiche Pfarrer, Kirchenmitarbeitende und Unternehmen wie die Hypo Tirol Bank, die Tiroler-Versicherung oder der Tyrolia-Verlag beteiligen sich. Vereinsobmann Peter Jungmann appellierte, "gerade zu Weihnachten die Kleinen nicht zu übersehen". Bischof Stecher habe sich stets um Toleranz, Dialog, Hilfsbereitschaft und ein Miteinander bemüht, was benachteiligte Kinder besonders in Zeiten der Pandemie bräuchten.
"Firewall der Ausgegrenzten"
"Bischof Reinhold Stecher war eine der angesehensten Persönlichkeiten unseres Landes. Wir können nur dankbar sein für alles, was er für unser Land geleistet hat", wird in der Aussendung Günther Platter zitiert. Der Landeshauptmann, der zu den 600 Vereinsmitgliedern zählt, betonte, Tirol werde Stecher immer in ehrender Erinnerung behalten und er "vertraue darauf, dass er von oben auf uns und unser Land schauen wird". Kardinal Christoph Schönborn hob hervor, dass Stecher "durch seine Person, seine Texte und Bilder vielen Menschen die Freude am Glauben und einen Zugang zum Evangelium eröffnet hat". Stecher sei ein Vorbild darin, "fest im Glauben zu stehen und ein weites Herz zu haben".
Der Innsbrucker Bischof Hermann Glettler ergänzte: "Ich habe immer wahrgenommen, wie wach Bischof Stecher auf aktuelle Entwicklungen reagiert hat. Dass die Grundmelodie der Verkündigung die Barmherzigkeit ist, wie er gesagt hat, würde ich dreimal unterschreiben." Stecher habe als Bischof wichtige soziale Akzente gesetzt, im In- und im Ausland. Die Versteigerung seiner Bilder habe bereits mehr als 1,2 Millionen Euro an Spenden eingebracht. Als "großen Liebhaber der Menschen, der Natur, der Gerechtigkeit und der Wahrhaftigkeit" würdigte der langjährige Caritas-Direktor Georg Schärmer den früheren Caritas-Bischof, der eine "Firewall für die Armen, Ausgegrenzten und Heimatlosen" gewesen sei.
Stecher im Radio und Fernsehen
Bischof Stecher ist in diesen Tagen auch in den Medien präsent. Der ORF Tirol widmet Bischof Stecher das 25-minütige Österreich-Bild "Das Vermächtnis des Bischofs - 100 Jahre Reinhold Stecher" mit Archivaufnahmen und Interviews von Wegbegleitenden. Es fragt nach dem geistlichen "Erbe" des früheren Innsbrucker Bischofs (19. Dezember, 18.25 Uhr, ORF 2). Zudem erinnert Radio Tirol in der Sendung "Über Gott und die Welt" an Bischof Stecher: Am 16. Dezember unter dem Titel "Unvergessen" und am 30. Dezember unter dem Titel "Alles für die Katz" (jeweils ab 21.05 Uhr).
Im Jänner lädt dann die Theologische Fakultät der Universität Innsbruck zum Symposium über das Leben und Werk von Bischof Reinhold Stecher in den Kaiser-Leopold-Saal. Die Universität hat Stecher für seine Verdienste um die Schaffung eines "Klimas der Toleranz und des Dialogs" mit dem Ehrendoktorat ausgezeichnet und fragt jetzt nach Werten und Haltungen, die Kirche und Gesellschaft zukunftsfit machen können, u.a. mit dem Theologen Paul Zulehner. Eine Podiumsdiskussion mit Zeitzeugen ist für den 20. Jänner (19 Uhr) und ein Tag mit Vorträgen und Referaten am 21. Jänner angesetzt.
Zu den weiteren Veranstaltungen zählt das Konzert "Mit Leben anstecken", zu dem der Chor der Universität Innsbruck unter Georg Weiss am 22. Jänner (19.30 Uhr, Haus der Musik) lädt. Erstmals werden dabei Stecher-Gedichte in vertonter Form zu hören sein. Andrea Oberparleiter singt die Sopransoli, Fausto Quintaba vom Mozarteum begleitet den Chor am Klavier, die Rezitationen stammen vom Schauspieler Günter Lieder.
(Infos: www.bischof-stecher-verein.at, Spenden für die "Bischof-Stecher-Talenteförderung": Hypo Tirol Landesbank IBAN: AT62 5700 0300 5336 1754, Kennwort "Talente" 100. Geburtstag)
Quelle: kathpress