
Turnovszky für Religionsvielfalt statt Religionslosigkeit
Für Religionsvielfalt statt Religionslosigkeit hat sich der Wiener Weihbischof Stephan Turnovszky ausgesprochen. Leider gebe es in der EU und sogar in Österreich im Namen einer eigenartig verstandenen Antidiskriminierung immer wieder Tendenzen, Religion aus dem öffentlichen Leben zu verdrängen, schreibt der Bischof in seinem aktuellen Kommentar in den "Niederösterreichischen Nachrichten" (NÖN). Turnovszky erinnert an Bestrebungen, christliche Bezeichnungen aus dem Alltagsleben zu bannen und an die Debatte über Kreuze in Krankenzimmern. "Die Sache wirkt lächerlich, aber sie ist mehrfach gefährlich", warnt der Bischof.
Erstens gehe es um den Versuch, Religion als spaltend zu brandmarken, "was recht verstandene Gottesliebe in Wahrheit nie ist". Zweitens gehe es darum, Religion aus dem öffentlichen Raum zu verdrängen, indem man sie zur Privatsache erklärt. Jedoch: "Religion ist zwar sehr persönlich, aber sicher nicht privat, weil sie alle Lebensbereiche eines Menschen prägt".
Drittens bestehe die Gefahr eines falschen Verständnisses von Religionsfreiheit: "So als sollte man frei von Religion werden, Religionslosigkeit sozusagen. Dabei meint Religionsfreiheit die Freiheit von jedem Zwang bei der Wahl der eigenen Religion - Religionsvielfalt."
Gegen Abschaffung jeglicher Unterschiede
Antidiskriminierung sei eine gute Sache, wenn sie Minderheiten vor Willkür der Mehrheit schützt. Sie werde aber pervertiert, wenn es um die Abschaffung jeglicher Unterschiede geht, schreibt der Bischof weiter: "Menschen sind nun einmal unterschiedlich. Alle zwar gleich an Würde, aber ansonsten andersartig. Deshalb ist es besser, die Unterschiede innerhalb einer pluralen Gesellschaft sichtbar zu machen und tolerant mit der Vielfalt umzugehen, gerade auch mit unterschiedlichen religiösen Einstellungen."
Turnovszkys Appell: "Was wir brauchen, sind selbstbewusste, aber nicht überhebliche Christinnen und Christen, die zu ihrem Glauben stehen und ihn als froh- und freimachend erleben und vermitteln." Dann würden religiöse Unterschiede nicht als bedrohlich, sondern als bereichernd erlebt.
EU-Kommission sorgt für Aufregung
Zuletzt hatte vor wenigen Tagen ein internes Dokument der EU-Kommission für heftige Kritik gesorgt. Es enthielt Formulierungshinweise zum bevorstehenden Weihnachtsfest. Demnach wurde den Mitarbeitern der Kommission empfohlen, in ihrer Kommunikation auf Ausdrücke wie "Weihnachtsfeiertage" oder "christliche Namen" zu verzichten, weil nicht jeder Christ sei und christliche Feste entsprechend feiere. Das EU-Kommunikationshandbuch wurde inzwischen wieder zurückgezogen.
Quelle: kathpress