
Hilfswerk: Menschen in Bethlehem brauchen dringend Hilfe
Israel hat zum Schutz vor der Omikron-Variante des Coronavirus seine Grenzen für Ausländer nach einer zaghaften Öffnung wieder geschlossen. Und das bedeutet für das Heilige Land erneut ein Weihnachtsfest ohne Pilger und Gäste aus dem Ausland. Für zahlreiche kleine Handwerksbetriebe in Bethlehem gibt es damit einmal mehr keine Einnahmen, wie das in Linz ansässige Hilfswerk "Handwerk Christlicher Orient" (HCO) am Donnerstag mitteilte. "Corona hat viele der kleinen Familienbetriebe im Geburtsort Jesu in bittere Armut gestoßen. Die Menschen in Bethlehem brauchen dringend Hilfe", so HCO-Obmann Thiemo Pree.
Das Hilfswerk hat vor Ort Olivenholz-Arbeiten von den Handwerkern gekauft und verkauft diese in Österreich weiter. Da dies Corona-bedingt auf Weihnachtsmärkten und in Pfarren kaum bis gar nicht möglich ist, setzt man vor allem auf den neuen Web-Shop (hco.einfach-bestellen.at).
HCO-Obmann Pree spricht von einem dreifachen Gewinn: "Die Käuferinnen und Käufer verbinden mit dem Kauf der hochwertigen Handarbeiten einen guten Zweck, die Handwerker in Bethlehem haben ein kleines aber sicheres Einkommen und drittens wird mit dem Reinerlös des Verkaufs auch noch die Caritas Jerusalem unterstützt." Die Aktion steht heuer unter dem Motto "Menschen verbinden - Brücken bauen".
Rund um Bethlehem sind seit dem 19. Jahrhundert zahlreiche christliche Familien mit der Produktion von Olivenholz-Arbeiten beschäftigt und stellen Krippen, Krippenfiguren, Kreuze, Christbaumanhänger, Tiere des Heiligen Landes oder Rosenkränze her. Nahe der Geburtskirche in Bethlehem kann man auch in einer Reihe von Werkstätten zusehen, wie die einzelnen Stücke entstehen.
Kooperationspartner von HCO vor Ort für die Olivenholz-Produkte ist die "Holy Land Handicraft Cooperative Society" (HLHCS), die in Beit Sahour nahe dem Bethlehemer Hirtenfeld angesiedelt ist. Die Kooperative kämpft gegen Armut, Arbeitslosigkeit und Auswanderung, indem sie lokale Handwerksbetriebe fördert. Sie wurde 1981 gegründet und umfasst rund 40 Betriebe. Die meisten Mitglieder sind Familienbetriebe.
"Alle Menschen hier sind von Covid-19 betroffen, aber am meisten wohl die Handwerksfamilien", so Basma Barham, Direktorin von HLHCS, in der Aussendung. Viele Werkstätten seien geschlossen, einige Familien ausgewandert. Durch Kooperationen wie jener mit HCO versuche man, die schlimmste Not zu lindern und den Menschen vor Ort eine Existenzgrundlage zu bewahren. "Unser Leben hier ist so unglaublich schwierig, aber wir geben unser Bestes", so Barham: "Im vergangenen Monat ist eines unserer Handwerker an Covid gestorben. Jetzt helfen wir seinen Söhnen, damit sie den Betrieb weiterführen können."
Hilfe für Kinder und Alte
Der von der HCO erzielte Reinerlös geht an die "Initiative Christlicher Orient" (ICO), die damit das Caritas-Sozialzentrum in Jerusalem und das Caritas-Tageszentrum für bedürftige alte Menschen in Ramallah im Westjordanland unterstützt. Das Sozialzentrum ist Anlaufstelle für Bedürftige in Ost-Jerusalem und dient u.a. auch als Drogenberatungsstelle. Es ist zudem auch ein beliebter Treffpunkt für Kinder und Jugendliche mit verschiedenen Freizeitaktivitäten gibt.
Das Caritas-Tageszentrum für bedürftige alte Menschen in Ramallah ist Anlaufstelle für bis zu 65 alleinstehende Frauen und Männer. Sie können im Zentrum den Tag verbringen und erhalten auch eine medizinische Basisversorgung. Alleinstehende ältere Personen sind in Palästina ein großes soziales Problem, da viele Familien auswandern und die Alten allein zurückbleiben.
(HCO-Web-Shop: hco.einfach-bestellen.at bzw. bestellung@christlicher-orient.at oder telefonisch +43732773148)
Quelle: kathpress