
Krautwaschl: Bei aktuellen Debatten gemeinsames Ziel nicht vergessen
Die aktuell emotional geführten Debatten machten deutlich, dass die Bereitschaft "zum Miteinander in dieselbe Richtung und zum selben Ziel, wenn auch von unterschiedlichen Ausgangspunkten weg, oft auf dem Spiel steht". Das hat der Grazer Diözesanbischof Wilhelm Krautwaschl am Montag in seiner Predigt bei der "Johanneswein-Segnung" in der Pfarr- und Wallfahrtskirche Frauenberg betont. Am 27. Dezember, dem Gedenktag des Apostels Johannes, wird traditionell der "Johanneswein" gesegnet.
Der Wein stehe dafür, "dass Gott uns Fröhlichkeit des Herzens und Heiterkeit der Seele bringt", dass er "mitten unter uns ist, in alledem, was uns Tag und Nacht begegnet, im Alltag gleichsam", so der Bischof. "Versuchen wir bewusst, dies wahrnehmend zu leben - und sei es bei einem Gläschen Wein."
Krautwaschl ortete derzeit in der Gesellschaft eine abhandengekommene "Auskunftsfähigkeit" in Bezug auf den christlichen Glauben und die Kirche. "Ich mache landauf und landab die Entdeckung, dass viele der Kirche den Rücken kehren, weil sie nicht mehr wissen, was sich wirklich im Glauben abspielt", so Krautwaschl. Zugleich wisse er um Menschen, "die an alles Mögliche glauben, das eigentlich - vernünftig betrachtet - viel unsinniger ist, als sich zu Jesus Christus und zu dem einen und dreifaltigen Gott zu bekennen", so der Grazer Bischof.
Das Bekenntnis "zum guten Leben in der Nachfolge des Auferstandenen" würde vieles vereinfachen, zeigte sich Krautwaschl überzeugt. Er lade deswegen ein, sich zu vergewissern, "was nun wirklich Sache ist" und "die Schätze unseres Glaubens" neu zu entdecken. Es sei schön, an Gott zu glauben "und großartig, um Gott zu wissen". Einen, "der uns bis ins Letzte liebt, uns begleitet, uns Liebe und Hoffnung schenkt und alles daran setzt, dass wir Menschen in Christi Nachfolge bleiben und nicht anderen Göttern und Götzen folgen", so Krautwaschl.
Quelle: kathpress