
Soziologe: ksoe könnte "Gewissen der Gesellschaft" werden
Die neu aufgestellte Katholische Sozialakademie (ksoe) könnte "ein für alle beachtenswertes Gewissen der Gesellschaft werden": Diese Hoffnung hat der Linzer Soziologe Klaus Zapotoczky in der aktuellen Ausgabe der Zeitschrift "soziologie heute" geäußert. Es brauche eine fundierte Katholische Soziallehre, eine daraus abzuleitende "umfassende Gesellschaftsgestaltungs-Lehre" und deren kritische Umsetzung für ein "menschengerechtes Leben in der Gemeinschaft".
Die ksoe sollte sich als ein Ort dieser Theoriebildung und -begleitung ebenso etablieren wie als eine Einrichtung, die regelmäßig öffentlich zu politischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Maßnahmen Stellung nimmt, so Zapotoczky. Um dieser umfassenden Aufgabe gerecht zu werden, brauche es jedoch eine Dotierung der ksoe aus öffentlichen Mitteln, führte der Soziologe weiter aus, der bis 2006 als Professor für Soziologie an der Johannes Kepler Universität Linz lehrte.
Anlass der Wortmeldung des Soziologen war die jüngste Publikation des neuen Leiters der ksoe, Markus Schlagnitweit, der mit seinem Buch "Einführung in die Katholische Soziallehre" einen - wie es im Untertitel heißt - "Kompass für Wirtschaft, Politik und Gesellschaft" entwickeln wollte. Zapotoczky zeigte sich von dem Werk beeindruckt und hofft auf dessen Weiterentwicklung in Richtung einer "umfassenden Gesellschaftsgestaltungs-Lehre". Kirchen und Religionsgemeinschaften komme schließlich eine wichtige "gemeinsame Dienstfunktion" in der Gesellschaft zu, nämlich deren menschengerechte Ausgestaltung auf allen Ebenen.
Im Juni 2020 hatten die österreichischen Bischöfe der ksoe einen Reformprozess verordnet. Im Juni 2021 wurde schließlich der Linzer Sozialethiker Markus Schlagnitweit als neuer Direktor präsentiert, dem ein Kuratorium unter dem Vorsitz des früheren Generalsekretärs der Caritas Österreich, Bernd Wachter, zur Seite steht. Ziel der Neuaufstellung ist es, die ksoe als ein "Kompetenzzentrum" und eine "Dialogplattform" zu etablieren, hieß es. Schlagnitweit war bereits von 2005 bis 2009 ksoe-Direktor. (Infos: www.ksoe.at)
Quelle: kathpress