
Pro Oriente: Gebet und Initiativen gegen Christenverfolgung
Im Blick auf den Gebetstag für verfolgte Christinnen und Christen am 3. April hat die Stiftung Pro Oriente gemeinsam mit dem Linzer Diözesanbischof Manfred Scheuer auf das Unrecht der Christenverfolgung weltweit aufmerksam gemacht. "Demokratie und Menschenrechte, Verfassung, aufgeklärte Vernunft gehören zu unserer Zivilisation. Dazu gehört auch die Religionsfreiheit. Es ist die Freiheit, den Glauben öffentlich zu praktizieren, aber auch die Freiheit, in einer säkularen Gesellschaft von Religionsansprüchen nicht behelligt werden zu müssen", betonte der aufgrund einer Covid-Erkrankung aus der Heimquarantäne zugeschaltete Bischof Scheuer bei einer Pressekonferenz am Mittwoch in Linz.
Neben dem Gebet wolle die Sektion Linz der Stiftung Pro Oriente mit einer Initiative die Ungerechtigkeit der Verfolgung aufzeigen. So werde in verschiedenen Pfarren in Rahmen von Vortrags- und Diskussionsveranstaltungen direkt auf die Christenverfolgung hingewiesen. Ebenso werden alle Pfarren in der Diözese Linz eingeladen, bei den Gottesdiensten am 5. Fastensonntag des Leidens der Christinnen und Christen und darüber hinaus aller religiös-Verfolgten zu gedenken und für diese zu beten. Es sei "eine christliche Aufgabe, auf diese Ungerechtigkeit aufmerksam zu machen und sich solidarisch mit den Betroffenen zu zeigen", so Pro Oriente.
Es sei nicht überhörbar, "dass inzwischen die Forderung nach negativer die nach positiver Religionsfreiheit übertönt", betonte Bischof Scheuer. Viele verbinden Religion per se mit Unfreiheit und Unterdrückung."Und wenn immer die Rede auf die Verfolgung von Christen weltweit kommt, wird diese durch den Rückblick auf vergangene Verirrungen und Schandtaten des Christentums zugedeckt", mahnte der Bischof.
Auch der Vorsitzende der Pro Oriente Sektion Oberösterreich, Josef Pühringer, betonte das große Unrecht, das Christen in vielen Teilen der Welt angetan werde: "Christenverfolgung findet statt - Tag für Tag! Christen, aber auch andere religiöse Gruppen leiden unter verschiedenen Formen des Terrors und autoritären Regimen", so der ÖVP-Landeshauptmann außer Dienst.
"Es ist einfach ein Skandal, aber einer jener Skandale, der zwar alle Jahre einmal aufgezeigt wird, das Licht der Öffentlichkeit kurz erblickt, der aber eigentlich offensichtlich von Österreich, ja eigentlich von der gesamten europäischen Öffentlichkeit, zur Kenntnis genommen wird", so Pühringer. Deswegen habe es sich die Sektion Pro Oriente Oberösterreich zum Ziel gemacht, alle Jahre zumindest einmal, nämlich rund um den Gebetstag für verfolgte Christinnen und Christen "auf diesen Skandal aufmerksam zu machen".
360 Millionen verfolgte Christen
Laut der NGO "Open Doors" gab es im letzten Jahr eine starke Zunahme der Verfolgung und Diskriminierung von Christen weltweit. 360 Millionen Christen seien im vergangenen Jahr aufgrund ihres Glaubens in hohem Maß von Unterdrückung, Kontrolle und Gewalt betroffen gewesen; das sind um 20 Millionen mehr als im Jahr davor, listet das internationale christliche Hilfswerk in seinem "Weltverfolgungsindex 2022" auf. Darin wird erstmals das nunmehr von den Taliban regierte Afghanistan als gefährlichstes Land für Christen genannt. Es rangiert in der Negativ-Wertung nun vor Nordkorea, das 20 Jahre lang an der Spitze stand und nun auf Platz zwei verdrängt wurde, obwohl sich auch dort die extreme Verfolgungssituation der Christen noch weiter verschlechtert hat.
(Info: www.pro-oriente.at)
Quelle: kathpress