
Salzburg: Symposium "Trauer leben" widmete sich den Gefühlen
"Trauer hat viele Gesichter und gehört zu unserem Leben. Sie ist eine spontane, natürliche und gesunde Reaktion des Menschen auf Verluste und Abschiede und berührt alle Lebensbereiche." Mit diesen Worten eröffnete Anna Parr, Generalsekretärin der Caritas Österreich, als Vorsitzende der "Bundesarbeitsgemeinschaft Trauerbegleitung" (BAT) deren viertes Symposium im Salzburger Bildungszentrum St. Virgil. Trauern sei stets ein interaktiver Prozess, der gestalte und erleichtere, unter Umständen jedoch auch erschwert werden könne, betonte Parr, wie die Caritas in einer Aussendung berichtete (Mittwoch). Die eintägige Veranstaltung "Trauer leben" widmete sich den unterschiedlichen Zugängen, Gefühle zu begreifen.
Gerade die vergangenen zwei von der Pandemie geprägten Jahre hätten die Wichtigkeit einer qualitativen Begleitung verdeutlicht, sagte Parr: "Wo ein persönlicher Abschied nicht möglich war und ist oder womöglich ein Begräbnis nicht wie gewohnt stattfinden kann oder konnte, wiegt die Trauer noch schwerer." Es fehle vielen an Zuwendung und Tröstung, was das Abschiednehmen und Bewältigen der Trauer weiter erschwert. Für Parr ist die persönliche Anwesenheit im Zuge der Trauerbegleitung "ein sehr wichtiger Faktor".
Im Rahmen des Symposiums wurden Methoden vorgestellt und diskutiert, die Trauerbegleitenden sowie Betroffenen helfen, die Vielfalt der Gefühle im Rahmen eines Trauerprozesses zu erschließen und zu begreifen - mit allen Sinnen und auf unterschiedlichen Ebenen. Ergänzend zu einem wissenschaftlichen Grundlagen-Vortrag präsentierten Praktikerinnen und Praktiker aus verschiedenen therapeutischen und beratenden Settings ihre jeweiligen Ansätze.
Im Rahmen des Symposiums zeige sich, wie stark Trauerbegleitung in einen breiteren, gesellschaftlichen Kontext eingebettet ist, der sich immer wieder verändert. Parr: "Alleine Corona und die Pandemie haben uns aufgezeigt, wie wichtig es ist, auch als Trauerbegleiter*in sein Angebot immer wieder anzupassen und im Rahmen der aktuellen Gegebenheiten zu ermöglichen." Es seien schnell zusätzliche Angebote entwickelt und ein Leitfaden für alle BAT-Mitglieder zur Verfügung gestellt worden.
Das Symposium findet alle zwei Jahre statt und versteht sich als Ort der Reflexion und Begegnung derjenigen, die andere bei ihrer Trauer unterstützen wollen - allen voran aktive, qualifizierte, haupt- und ehrenamtliche Trauerbegleitende.
Forum für qualitätsvolle Trauerbegleitung
Die BAT wurde 2013 ins Leben gerufen. Sie ist ein Forum, das die unterschiedlichen Bedürfnisse Trauernder in den Mittelpunkt ihrer Arbeit stellt und österreichweit eine Basis für eine qualitätsvolle Begleitung schaffen will. Zielgruppe sind in erster Linie (haupt- und ehrenamtliche) Trauerbegleitende. Zu den Mitgliedsorganisationen zählen die Arge Österreichische Pastoralamtsleiter*innen, Caritas Österreich, Caritas der Erzdiözese Wien, Dachverband Hospiz Österreich, Kardinal König Haus, Österreichisches Rotes Kreuz, Rainbows, St. Virgil. Mit Anfang 2021 übernahm die Caritas Österreich für zwei Jahre den Vorsitz der BAT. (Infos: www.trauerbegleiten.at)
Quelle: kathpress