
Fresach: Toleranzgespräche 2022 über den Wandel in Europa
Die Europäischen Toleranzgespräche von 1. bis 4. Juni in Fresach widmen sich heuer dem Wandel. "Wie kommt das Neue ins System?", fragt das viertägige Diskussionsforum im achten Jahr seines Bestehens. Zentrale Themen im Kärntner Bergdorf Fresach nahe Villach sind die Erderwärmung, die Pandemie und der Ukraine-Krieg, teilten die Veranstalter am Montag in einer Aussendung mit.
Nachdem sich in den letzten Wochen bereits einige Schriftsteller zum russischen Angriffskrieg in der Ukraine zu Wort gemeldet haben, wird insbesondere der Eröffnungsvortrag von Schriftsteller Robert Menasse am Donnerstag mit Spannung erwartet. Neben Menasse kommen bei den Toleranzgesprächen über 30 Expertinnen und Experten aus Philosophie und Religion, Wissenschaft und Wirtschaft zu Wort. Darunter sind etwa der ukrainische Autor und Übersetzer Juri Andruchowytsch, die Wiener Demokratieforscherin Sieglinde Rosenberger, der Kulturwissenschafter Wolfgang Müller-Funk, die Sinologin Susanne Weigelin-Schwiedrzik, der Nahost-Experte Heinz Gärtner, die ORF-Russland-Korrespondentin Carola Schneider sowie die Religionswissenschafter Ulrike E. Auga und Ahmad Milad Karimi.
Die unerlässliche und notwendige Transformation der Systeme bereite vielen Menschen Sorgen. "Die unübersehbaren Folgen der Pandemie und der Erderwärmung kombiniert mit dem Kriegsgeschehen und der galoppierenden Inflation sind ein explosives Gemisch für die nationale wie internationale Politik", so die Veranstalter. In insgesamt 15 Diskussionspanels werden die wichtigsten Aspekte des Wandels in Europa behandelt, die Organisatoren laden zum Mitdiskutieren ein.
Weitere Höhepunkte der Toleranzgespräche sind die Verleihung des Europäischen Toleranzpreises 2022 für Demokratie und Menschenrechte am Donnerstagabend und der schon traditionelle Poetry Slam am Freitagabend. Mit einem "Toleranzfrühstück" am Samstagvormittag endet die diesjährige Veranstaltung.
Die Europäischen Toleranzgespräche finden seit 2015 alljährlich rund um das Pfingstfest statt und behandeln gesellschaftliche Entwicklungen und politische Bildung rund um Fragen der sozialen Integration, Demokratie und Menschenrechte sowie Zivilgesellschaft und Religion. Präsident des Kuratoriums der Europäischen Toleranzgespräche ist der ehemalige Europapolitiker Hannes Swoboda (SPÖ). Obmann des "Denk.Raum.Fresach" ist der Kärntner evangelische Superintendent Manfred Sauer. (Info: www.fresach.org)
Quelle: kathpress