
Salzburg: Internationales Forschungszentrum feierte 60-Jahr-Jubiläum
Das Internationale Forschungszentrum für soziale und ethische Fragen Salzburg (ifz) hat am Dienstag sein 60-jähriges Bestehen gefeiert. Der Salzburger Erzbischof Franz Lackner würdigte bei einem Festakt in Dreifaltigkeitskirche in Salzburg mit zahlreichen Gästen aus Kirche, Politik und Gesellschaft die "große Bedeutung" der Forschungseinrichtung für Salzburg und die Erzdiözese. "Es braucht die Wissenschaft, um den Glauben zu objektivieren", zeigte er sich überzeugt. In diesem Zusammenhang nannte Lackner etwa die wissenschaftliche Begleitung und Expertise des ifz bei der Befragung in der Erzdiözese im Synodalen Prozess, wie die Erzdiözese Salzburg am Mittwoch in einer Aussendung mitteilte.
Für ifz-Präsident Christian Lagger bestehe die Identität des ifz in einer Forschung nahe am Menschen. Damit gemeint sei auch, "dass es um gelebtes Leben in sozial unterschiedlichen Kontexten geht". Das Besondere des ifz liege auch im "Stil der Zusammenarbeit der Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler", dabei gehe es um interdisziplinären Austausch, das Einbringen des Know-hows und eine gute Wissenschaftskommunikation. Die Diskurse zur Coronapandemie hätten gezeigt, wie wichtig es sei, Wissenschaft für möglichst viele Menschen der Zivilgesellschaft verständlich zu vermitteln, so Lagger, der auch Geschäftsführer des Krankenhauses der Elisabethinen in Graz ist und die österreichischen Ordensspitäler als deren Vorsitzender vertritt.
Für den in den USA lehrenden Sozialethiker Clemens Sedmak, Vizepräsident des ifz, sei das Zentrum gegründet worden, "um Brücken zu bauen." Beispielhaft nannte Sedmak etwa ein Projekt zur Resilienzforschung und das vom ifz initiierte Sozialfestival "Tu was, dann tut sich was". "Um Kreativität zu fördern, musst du Gelegenheiten schaffen. Dafür steht das ifz", sagte Sedmak.
Das ifz ist eine Einrichtung der Erzdiözese Salzburg, gefördert von Stadt und Land Salzburg, dem Katholischen Hochschulwerk und dem Verein der Freunde des IFZ e.V. München. Das Forschungszentrum betreibt interdisziplinäre, angewandte Sozialforschung und möchte damit Impulse für eine "gute Gesellschaft" setzen. Die Forschungseinrichtung arbeitet eng mit der Universität Salzburg und der Salzburg Ethik Initiative zusammen.
Gegründet wurde das Forschungszentrum vom deutsch-österreichischer Benediktiner, Patristiker und Liturgiewissenschaftler, P. Thomas Michels, im Jahr 1961. Seit 2021 fungiert Christian Lagger als Präsident. Ziel sei es, die für das ifz charakteristische lösungsorientierte und interdisziplinäre Forschung, in Kombination mit sozialethischen und gesellschaftlich relevanten Grundsätzen - gepaart mit den Werten der Katholischen Soziallehre -, weiter auszubauen und zu vertiefen.
(Infos: https://www.ifz-salzburg.at)
Quelle: kathpress