
Slowenische Erzdiözese Marburg mit Grazer Hilfe saniert
Die slowenische Erzdiözese Marburg/Maribor wurde in den vergangenen Jahren mithilfe der Diözese Graz-Seckau wirtschaftlich saniert. Nun wurde der Prozess zu einem erfolgreichen Abschluss gebracht und die Erzdiözese Marburg sei wieder voll geschäftsfähig, wie die Diözese Graz-Seckau mitteilte. Gefeiert wurde der Abschluss auf Einladung von Erzbischof Aloijzij Cvikl in Marburg. Bischof Krautwaschl war mit seinen Mitarbeitern, die federführend an diesem Projekt gearbeitet hatten, in die slowenische Metropole gereist.
"Nach mehreren schwierigen Jahren ist es so weit, dass die Erzdiözese Marburg wieder neu anfangen kann. Ohne die Hilfe und Unterstützung der Diözese Graz-Seckau wäre das nicht möglich gewesen", bedankte sich Erzbischof Cvikl bei Bischof Krautwaschl. Dieser verwies darauf, dass in dieser Zusammenarbeit mit der Diözese Marburg in der für sie schwierigen Phase deutlich geworden ist, dass christliche Gemeinden füreinander Verantwortung übernehmen, wie es in der Apostelgeschichte beschrieben ist, damit die Gemeinschaft der Kirche sichtbar wird.
Bischof Krautwaschl wünschte der Erzdiözese für die nun wieder besser mögliche seelsorgliche Arbeit und für die weitere Entwicklung alles Gute und Gottes Segen. Er zeigte sich überzeugt, dass die Zusammenarbeit und das gute Miteinander sowie auch das Lernen und Unterstützen in der Seelsorge weiter wachsen würden. Von allen Teilnehmenden wurde betont, dass die erfolgreiche Arbeit nur möglich war, weil ein großes Vertrauensverhältnis entstanden sei und alle mit ihren unterschiedlichen Fähigkeiten dazu beigetragen hätten, die bestmögliche Lösung zu finden und umzusetzen.
Die Diözese Graz-Seckau war seit 2012 bei der wirtschaftlichen Sanierung der Erzdiözese Marburg intensiv beratend tätig. Der damalige Diözesanbischof Egon Kapellari hatte auf Wunsch der Erzdiözese Marburg eine kleine Arbeitsgruppe eingesetzt, die in den letzten zehn Jahren die Situation analysiert, einen Restrukturierungsplan erarbeitete und auch die Umsetzung begleitete. Die Gläubiger erhielten eine deutlich bessere Quote als erwartet. Heute sei die Erzdiözese wieder schuldenfrei und könne ihre Aufgaben auch in wirtschaftlichen Fragestellungen "eigenständig und zukunftsorientiert" wahrnehmen, wie es in der Aussendung hieß.
Die Diözese Graz-Seckau hat neben den personellen Ressourcen die notwendigen rechtlichen Beratungskosten übernommen und gemeinsam mit der Erzdiözese Salzburg und der Diözese Gurk-Klagenfurt eine Stiftung gegründet, mit der man die kirchliche Eigentümerstruktur des Bischofshauses und von Gebäuden der Dompfarre sichern konnte. Die Stiftung wird daher in den nächsten Jahren weitergeführt. Darüber hinaus waren keine Aufwendungen aus österreichischen Diözesen notwendig.
Die Erzdiözese Marburg stand 2012 vor gewaltigen wirtschaftlichen Schwierigkeiten. Nach dem Zerfall Jugoslawiens stand die slowenische Kirche vor dem Problem, keine Kirchenbeiträge oder Steueranteile für den Erhalt von Seelsorge und Bauwerken zu bekommen. Mit Vermögen, das man im Zuge der Restitution erhalten hat, versuchte man mit einem Firmengeflecht und dessen wirtschaftlichen Erträgen eine dauerhafte Finanzierung der Kirche abzusichern. Dieses Vorhaben war gescheitert und hatte zu einer großen Überschuldung der Erzdiözese geführt.
Quelle: kathpress