
St. Pölten: Neuer Bestattungswald bei Schloss Ochsenburg
In unmittelbarer Nähe zum St. Pöltner Schloss Ochsenburg wird es ab dem Spätsommer 2022 die Möglichkeit zur Baumbestattung geben. Dies wurde mit den Unterschriften von Bischof Alois Schwarz und der "Klosterwald GmbH" besiegelt. Das berichtete die Diözese St. Pölten in einer Aussendung am Donnerstag. "Die Nutzung des Klosterwaldes als Bestattungswald ist eine große Bereicherung für unsere Diözese. Wir freuen uns, in Zukunft auch diese Möglichkeit bieten zu dürfen", betonte Bischof Schwarz.
Der Wunsch nach Alternativen zu traditionellen Bestattungsformen nehme deutlich zu. Immer mehr Menschen fänden den Gedanken schön, die letzte Ruhestätte an einem Baum mitten im Wald zu finden, umgeben von der Natur, hieß es in der Aussendung weiter. In der Gemeinde Ochsenburg, einem Stadtteil von St. Pölten, soll das bald möglich werden. Neben dem Schloss Ochsenburg, das erst im Besitz des Chorherrenstiftes St. Pölten war und danach Sommersitz der Bischöfe der Diözese St. Pölten wurde, gilt der angrenzende Wald als beliebtes Ausflugsziel für Naturliebhaber aus der gesamten Region, weit über die Ortsgrenzen St. Pöltens hinaus.
Ein Teil dieses Waldes soll künftig für Baumbestattungen genutzt werden. Die Asche von Verstorbenen wird in einer biologisch abbaubaren Urne direkt an einem Baum beigesetzt. Im Anschluss daran wird das Grab verschlossen und der natürliche Waldboden wiederhergestellt. Die Grabpflege übernimmt die Natur und die Angehörigen müssen sich um nichts kümmern. Nur ein dezentes Namensschild an dem einen oder anderen Baum erinnert daran, dass hier jemand seine letzte Ruhestätte gefunden hat.
Erweiterung der Nutzung
Spaziergängern soll das Gebiet weiterhin wie gewohnt zugänglich bleiben. Mit dem Unterschied, dass zu ihnen künftig auch Friedhofsbesucher oder Menschen, die sich schon zu Lebzeiten ihren Bestattungsbaum aussuchen, zählen.
Bei der Betreuung und Verwaltung werde auf Nachhaltigkeit, und bei allen Aktivitäten auf größtmögliche Umweltverträglichkeit sowie auf ökologische Grundsätze geachtet, hieß es in der Aussendung. Dazu zählen etwa die Betreuung der Bestattungsfläche durch die Firma "Klosterwald" sowie die "PEFC"-Zertifizierung und die damit verbundenen internationalen Nachhaltigkeitsstandards für Wälder.
Die "Klosterwald Verwaltungs GmbH" stellt Waldflächen von Klöstern und christlichen Institutionen als Bestattungswälder zur Verfugung. Das Unternehmen gehört zu gleichen Teilen den Stiften Heiligenkreuz und Klosterneuburg sowie dem Erzbistum Wien. Das zentrale Kundenservice sitzt in Wien. 2019 wurde mit dem Klosterwald Kirchberg am Wechsel der erste Bestattungswald in Betrieb genommen. Mittlerweile ist Klosterwald an bald sieben Standorten in Niederösterreich und der Steiermark vertreten.
Der Klosterwald steht allen Menschen offen, unabhängig von der Konfession oder Herkunft. Interessierte können bei einer Waldführung am jeweiligen Standort mehr darüber erfahren. (Infos und Termine unter Tel.: 02243 23660, online: www.klosterwald.at)
Quelle: kathpress