
Syrien: Bereits 200.000 Mahlzeiten in ICO-Suppenküche in Aleppo
Österreichs Botschafter in Syrien, Peter Krois, hat am Donnerstag eine kirchliche Suppenküche in Aleppo besucht, die vom Linzer Hilfswerk "Initiative Christlicher Orient" (ICO) unterstützt wird. Wie die ICO am Freitag berichtete, zeigte sich der Botschafter beeindruckt vom Engagement der Franziskaner, die die Einrichtung mit zahlreichen Helferinnen und Helfern betreiben. Die Franziskaner haben im vergangenen Spätsommer mit dem Betrieb der Suppenküche begonnen, nachdem immer mehr Menschen in Aleppo in tiefste Not geschlittert sind und sich nicht einmal mehr die Grundnahrungsmittel leisten können. Inzwischen wurden bereits mehr als 200.000 Mahlzeiten ausgegeben, so ICO-Generalsekretärin Romana Kugler gegenüber Kathpress. Die ICO ist der Hauptunterstützer der Sozialeinrichtung.
Täglich werden aktuell rund 1.000 Mahlzeiten für die Ärmsten der Armen - Familien, alte und kranke Menschen oder auch Behinderte - zubereitet. Das Projekt kommt auch Muslimen zugute. U.a. werden auch Patienten eines nahe gelegenen Krankenhauses beliefert, die sonst keine Mahlzeit hätten.
Botschafter Krois wurde von P. Ibrahim Alsabagh, dem Franziskaneroberen und Leiter der Pfarre St. Francis, durch die Einrichtung geführt. Schon im März hatte P. Alsabagh gegenüber der ICO darauf aufmerksam gemacht, dass sich durch den Ukraine-Krieg die Situation für die einfache syrische Bevölkerung nochmals dramatisch verschlechtert habe. Bereits wenige Tage vor dem Kriegsausbruch in der Ukraine sei das Mehl von den Märkten Aleppos verschwunden, mit Kriegsbeginn seien die Lebensmittelpreise nochmals drastisch angestiegen. Der Hunger bestimme den Alltag der einfachen Menschen. Dazu kämen höchstens zwei Stunden am Tag Strom und immer weniger Wasser.
Wie ICO-Generalsekretärin Kugler sagte, sei das Suppenküchen-Projekt aufgrund der aktuellen Lebensmittelpreise akut gefährdet. Deshalb bitte man dringend um Spenden, um die Hunger leidende Bevölkerung auch weiterhin unterstützen zu können. Der Ukraine-Krieg fordere auch im Nahen Osten unzählige Opfer.
Hilfe für Kinder
Botschafter Krois traf in Aleppo auch mit einigen Kindern zusammen, die an Freizeitaktivitäten der Franziskanerpfarre teilnehmen. Vor allem über die Sommermonate werde dieses Angebot von der Pfarre für viele Hundert Kinder in Aleppo verstärkt durchgeführt. Für die oftmals von Krieg und Not traumatisierten Kinder sei dies eine willkommene Abwechslung im sonst so tristen Alltag Aleppos, hieß es vonseiten der ICO.
(Infos: www.christlicher-orient.at bzw. www.facebook.com/initiativechristlicherorient)
Quelle: kathpress