
Graz: Interdisziplinäre wissenschaftliche Tagung über das Heilige
"Zwischen Gott und Welt - Das Heilige" lautet der Titel einer großen interdisziplinären Tagung, die am 5./6. Oktober in Graz stattfindet. Das Symposion wird gemeinsam von der Franziskanerprovinz Austria und der Katholisch-Theologischen Fakultät der Universität Graz veranstaltet. Ziel der Tagung ist es laut dem Vize- und Forschungsdekan der Grazer Katholisch-Theologischen Fakultät, Prof. Peter Ebenbauer, in einer Welt, die "unübersichtlich, verwundbar und fragil geworden ist", Denkanstöße zu einem Thema anzubieten, das in allen religiösen Traditionen gleichermaßen präsent ist.
Man wolle sich dem Thema des Heiligen daher auch interdisziplinär, d.h. religionswissenschaftlich, philosophisch, literaturwissenschaftlich und theologisch sowie praktisch nähern, so Ebenbauer gegenüber Kathpress. "In allen religiösen Traditionen spielen Erfahrungsformen und symbolische Repräsentationen des Heiligen eine zentrale Rolle. Die damit einhergehenden Überzeugungen und Ausdrucksformen weisen freilich eine immense Bandbreite auf. Erfahrungen und Bezeugungen des Heiligen vermitteln einerseits zwischen der Welt der Menschen und göttlicher Wirklichkeit, andererseits markieren sie gerade die Differenz zwischen Welt und Gott."
Eröffnet wird die Tagung, die im Grazer Franziskanerkloster stattfinden wird, am 5. Oktober gemeinsam von Franziskaner-Provinzial Fritz Wenigwieser und Dekan Prof. Pablo Argárate. In einer ersten Session wird es in Vorträgen vom Grazer Philosophen Prof. Reinhold Esterbauer und dem Grazer Religionswissenschaftler Prof. Franz Winter um das "klassische" Grundlagenwerk zum Thema gehen - das 1917 erschienene Buch "Das Heilige" von Rudolf Otto. Einen Blick auf den literarischen Umgang mit dem Heiligen im Fall Peter Handkes bietet ein anschließender Workshop mit dem Grazer Franziskanerpater Willibald Hopfgartner.
Der Abend steht dann im Zeichen theologischer Annäherungen u.a. durch P. Dominikus Kraschl und Workshops zu den Themen "Heiliger Schmerz. Philosophische Erkundungen einer fragwürdigen Verbindung" (Anna Maria König) und "Heilig heute?! Das Apostolische Schreiben 'Gaudete et exsultate' von Papst Franziskus" (P. Andreas Holl und Sr. Vera Ronai).
Der zweite Tag des Symposions eröffnet am 6. Oktober die Theologin und Seelsorgerin am Zentrum der Theologiestudierenden, Sr. Gertraud Johanna Harb, mit einem Vortrag über "Heiligkeit - Wesen Gottes und Berufung des Menschen. Eine biblische Orientierung" und einem Workshop über "Das Heilige in den westlichen und östlichen Liturgien" (Pablo Argárate und Peter Ebenbauer). Den Abschluss bilden schließlich ein Vortrag des Franziskanerpaters Johannes Schneider ("Die Erfahrung des Heiligen bei Franz v. Assisi") und eine abschließende Diskussionsrunde, bei der die Ergebnisse der Tagung noch einmal zusammengetragen werden sollen. (Infos und Anmeldung: https://theol.uni-graz.at/de/veranstaltungen/detail-1/article/franziskanersymposiun)
Quelle: kathpress