
Kühle Kirchen: Alte Gemäuer bieten Zuflucht in der Hitzewelle
Wer sich bei den aktuellen Extremtemperaturen nach Abkühlung abseits von Freibad oder Badeteich sehnt, findet diese auch in Kirchenräumen. Dabei bedeutet aber nicht jede Kirche automatisch Abkühlung. Bei der Auswahl sollten besonders ältere Kirchen ins Auge gefasst werden, erklärte Nikolaus Haselsteiner, Projektverantwortlicher für "Offene Kirchen" im Pastoralamt der Erzdiözese Wien gegenüber Kathpress: "Die Grundregel ist, dass es in allen alten Bauten, die älter sind als das Jahr 1750, normalerweise kühl ist." Unter dem Slogan "Urlaub für die Seele" macht die Erzdiözese auch heuer auf die kühlen Orte aufmerksam. (www.erzdioezese-wien.at/urlaub)
Außerdem ist es dort am kühlsten, wo es sich auch rundherum nicht so stark aufheizt. Als Beispiel nannte Haselsteiner etwa die Pfarre Lichtenegg in der Buckligen Welt, wo mit kühlen Temperaturen zu rechnen sei, wer also Zeit habe, für einen halben Tag der Hitze der Stadt zu entkommen, sei hier besonders gut aufgehoben. Die großen Innenstadtkirchen in Wien würden sich im Laufe des Sommers immer mehr aufheizen, so Haselsteiner, da durch große Anzahl von Touristinnen und Touristen die Türen der Sakralbauten ständig geöffnet würden, was in Bezug auf die Innentemperatur nicht förderlich sei.
Ebenfalls als Geheimtipp für Erfrischungssuchende gilt der Abstieg in die Katakomben vieler Kirchen. So hatte es im viel besuchten Stephansdom mit seinen Richtung Süden zeigenden Kirchenfenstern Anfang Juli zwar bereits eine Innentemperatur von 27 Grad, in den Katakomben erwarteten Besucher aber weiterhin kühle Temperaturen um die 16 Grad, wie der Wiener Dompfarrer Toni Faber erklärte.
Auch im Salzburger Dom lohnt sich ein Abstieg in die Katakomben, wo es mit 17 Grad Celsius Anfang Juli noch einmal geringfügig kühler war als im Kirchenraum. Wer es noch etwas kühler haben möchte, ist in der Wallfahrtskirche Maria Plain im Nordosten der Stadt Salzburg gut aufgehoben, hier zeigte das Quecksilber angenehme 16 Grad an.
Bereits im vergangenen Sommer hat die Diözese Graz-Seckau Messungen im gesamten Diözesangebiet vorgenommen. Mit besonderer Abkühlung wartet demnach die Pfarrkirche Pöllauberg mit 16 Grad auf, in der Basilika Mariazell wurden vergangenen Hochsommer kühle 20 Grad gemessen und im Stadtgebiet Graz ist die Franziskanerkirche mit 22 Grad ein gutes Ziel für Kühle suchende.
"Klimaoasen" bieten Abkühlung
Ebenfalls für Abkühlung sorgen will die Caritas mit ihren knapp 20 "Klimaoasen" in Pfarrgärten und -höfen. Mit Hilfe von Freiwilligen diese besonders für armutsbetroffene und obdachlosen Menschen zu einem Ort der Erholung und Begegnung und wirken so auch der Einsamkeit entgegen, heißt es vonseiten der Caritas.
Bedingt durch den Klimawandel setze nicht mehr nur die kalte Jahreszeit vielen Menschen zu, sondern auch Hitzeperioden werden zur unmittelbaren Gefahr: "Menschen, die kein Dach über dem Kopf haben oder in schlecht isolierten bzw. schlecht klimatisierten Wohnungen leben, sind ganz besonders betroffen. Die Klimaoasen sollen als Wohlfühlort dienen, wo man sich erfrischen und plaudern kann", betonte Klaus Schwertner, geschäftsführender Caritasdirektor der Erzdiözese Wien.
Das Projekt "Klimaoasen" wurde vor drei Jahren von der Caritas als Reaktion auf Klimawandel, Pandemie und Armut ins Leben gerufen. Im vergangenen Sommer nutzten das Angebot über 3.400 Menschen. (Alle aktuellen Standorte der Klimaoasen unter: www.caritas-wien.at/klimaoase, Spenden: www.wirhelfen.shop/klimaoase)
Quelle: kathpress