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Schöffmann

Salzburger Bioethik-Dialoge: Experten-Austausch über Wunschmedizin

Internationale Expertinnen und Experten warfen kritischen Blick auf aktuelle Entwicklungen im Bereich der Reproduktionsmedizin, der plastischen Chirurgie oder der Sterbehilfe

16.10.2022

Dem Thema "Wunschmedizin" waren die heurigen Salzburger Bioethik-Dialoge gewidmet. Am Freitag und Samstag trafen in der Großen Universitätsaula Ärzte, Wissenschaftler, Ethiker und Vertreter von Politik und Gesellschaft zur insgesamt dritten Ausgabe der Dialoge zusammen. Vonseiten der Politik war u.a. die Salzburger Landtagsabgeordnete Michaela Bartel vertreten. Scharfe Kritik wurde von den Expertinnen und Experten etwa am Transhumanismus geübt, der die Grenzen menschlicher Möglichkeiten durch den Einsatz technologischer Verfahren erweitern will. Kritisch wurden auch Entwicklungen im Bereich der Reproduktionsmedizin, der plastischen Chirurgie oder der Sterbehilfe beleuchtet, wie die Erzdiözese Salzburg in einer Aussendung mitteilte.

 

"Das Phänomen Wunschmedizin ist angesichts der technischen Möglichkeiten und eines um sich greifenden Anspruchsdenkens zu einer grundsätzlichen und brisanten ethischen Frage geworden", so der Tagungsorganisator und Mediziner Florian Baumgartner vom veranstaltenden "Salzburger Ärzteforum" zum Auftakt der Tagung.

 

Der in Heidelberg tätige Psychiater und Philosoph Thomas Fuchs kritisierte in seinem Vortrag am Freitagabend die Bewegung des Transhumanismus scharf. Dieser habe sich die technologische Optimierung der menschlichen Natur zum Ziel gesetzt. Es stelle sich aber die Frage, ob die menschliche Natur überhaupt verbesserungsfähig sei. Jede dauerhafte Umgewichtung der natürlichen Balancen, so der Philosoph, würde in gravierende Nachteile umschlagen.

 

So würde etwa die extreme Erhöhung der Gedächtnisleistung zugleich eine Belastung darstellen, die dem menschlichen Geist die Möglichkeit zur Erneuerung nehme: "Wer sich alles merken kann, der kann auch nichts mehr vergessen." Fuchs plädierte deshalb dafür, sich mit der conditio humana zufrieden zu geben. "Sie ist nicht das Beste, aber auch nicht das Schlechteste, das uns geschehen konnte."

 

"Wir sind nicht nur Physik und Chemie"

 

Oskar Aszmann von der Medizinischen Universität Wien gab unter dem Titel "Rekonstruktion an der Grenze des biologisch Machbaren und technisch Möglichen" Einblicke in den Forschungsfortschritt auf dem Gebiet der rekonstruktiven Chirurgie. Anhand konkreter Fallbeispiele erörterte er die Möglichkeiten der biologischen und prothetischen Rekonstruktion von Gliedmaßen. Dabei stellte Aszmann auch die im transhumanistischen Kontext relevante Frage nach Limitierungen in Bezug auf die Verschmelzung von Mensch und Maschine.

 

Gegenüber transhumanistischen Vorstellungen der Ersetzung des Menschen durch Maschinen oder auch Phantasien des Geist-Uploads in den Cyberspace hob Aszmann die Bedeutung der Leiblichkeit als Grundlage der menschlichen Beziehungsfähigkeit hervor. Seine Überzeugung: Der Mensch sei mehr als eine komplexe Maschine: "Wir sind nicht nur Physik und Chemie."

 

"Kinder auf Bestellung"

 

Am Samstag referierte die Ärztliche Leiterin des Kinderwunschzentrums Goldenes Kreuz in Wien, Nicole Petrovits, über die Situation der Reproduktionsmedizin. Sie berichtete, dass an die Mediziner immer häufiger Wünsche auch jenseits der rechtlichen Möglichkeit herangetragen würden: Vom grundsätzlichen Kinderwunsch über den Wunsch, den Geburtstermin zu bestimmen, bis hin zur Wahl des Geschlechts und zum Anspruch auf das perfekte Kind reiche die Palette.

 

Auch die Singlemutterschaft sei im Kommen. Dies sei in Österreich zwar verboten, in Deutschland und Dänemark aber möglich. Warum gerade die Ukraine zum Land des "Reproduktionstourismus" geworden ist, begründet die Medizinerin mit der fehlenden gesetzlichen Regelung für diesen sensiblen Bereich.

 

Von 12.000 Versuchen der künstlichen Befruchtung bei 8.000 Paaren sei es in ca. 3.300 Fällen zu einer Schwangerschaft gekommen. Davon waren alle Frauen unter 40", so Petrovits. Diese Zahlen ergeben hinsichtlich der Tatsache, dass die Fruchtbarkeit von Frauen seit 1975 um 50 Prozent gesunken sei, Fragen nach dem Lebensstil, der Karriereplanung und dem vermehrten Ausbleiben von Sexualität in den Partnerschaften.

 

Der Bericht einer Leihmutter aus der Ukraine, die nach Deutschland geflüchtet ist, zeigte den oft tragischen Alltag und das Schicksal dieser Frauen. Anastasia Y. hatte sich aus Geldnot dazu entschlossen, ein Kind für jemand anderen auszutragen. Doch das "bestellte" Kind wurde nicht abgeholt. Die Gründe dafür sind Anastasia Y nicht bekannt. Sie konnte keinen Kontakt mehr zu dem chinesischen Ehepaar herstellen. Die Klinik, die den Embryo einsetzte, brach den Kontakt zur Leihmutter ab, nachdem sie sich geweigert hatte, das Kind abzutreiben. Nun ziehe sie das Kind selber auf.

 

Die Journalistin Eva Maria Bachinger, die 2015 das Buch: "Kind auf Bestellung" veröffentlichte, brachte in ihrem Beitrag die Fakten rund um das Thema Leihmutterschaft ein. "In der öffentlichen Wahrnehmung geht es meistens nur um die Sehnsucht und den Wunsch von Paaren nach Kindern. Die oft leidvolle Geschichte der Leihmutter oder der Kinder wird ausgeblendet", so Bachmeier. Die grundsätzliche Frage, so die Journalistin, müsse heißen: "Muss alles sein, was technisch möglich ist?"

 

Die Kinderwunschdebatte sei zu einer Anspruchsrechtsdebatte geworden, meint die Autorin. Gepaart mit den Bedürfnissen der Konsumgesellschaft nach ständiger Wunscherfüllung ergebe sich eine schwierige Gemengelage. Es gebe das Recht auf Familienleben, aber nicht den Anspruch auf einen Menschen - also ein Kind. In Österreich sollte Leihmutterschaft verboten bleiben, plädierte Bachinger, "denn jedes Kind hat das Recht, nicht gegen Geld gehandelt zu werden."

 

Für die Journalsitin sei Leihmutterschaft keine reine Dienstleistung, denn der Großteil des Honorars fließe nur, wenn die Leihmutter ein gesundes Kind liefere. "In diesem Zusammenhang trifft der Begriff 'Verkauf von Kindern' eher zu", erklärte die Autorin. Meist würden sich Leihmütter in prekären Situationen befinden; die Verträge der Kliniken verhinderten die Selbstbestimmung der Frauen.

 

Schließlich sah Bachinger auch ein Problem bei den Begriffen: "Leihmutterschaft hört sich nett und altruistisch an. Mietmutterschaft entspräche aber mehr der Realität."

 

Jugendkultur ist bei der Vulva angekommen

 

Die plastische Chirurgin Hildegund Piza-Katzer erörterte aktuelle Tendenzen in der plastischen Chirurgie, die weltweit von 2020 auf 2021um 70 Prozent zunahm. Ausschlaggebend dafür: Das Zurschaustellen des Körperkults in den sozialen Medien und die coronabedingten Lockdowns. Außerdem sei "die Genitalchirurgie vor allem bei Frauen im Kommen", so die Ärztin. Eine drastische Veränderung konstatierte sie im Ärzte-Patienten-Verhältnis: "Der Patient wird zunehmend zum Klienten und die Ärzte zu Dienstleistern."

 

Optimierter Tod?

 

Der Schweizer Arzt für Psychiatrie und Psychotherapie Raimund Klesse plädierte in seinem Vortrag, wieder mehr Positionen und Argumente der Solidarität mit alten und kranken Menschen in die Debatte einzubringen. Es gehe darum, zu fragen, "ob der Mensch wirklich den Wunsch nach einem optimierten Sterben" habe, oder nicht doch den Wunsch nach der Linderung seiner Schmerzen. Die entscheidende Erkenntnis für den Psychotherapeuten war deshalb: "Die Autonomie ist stets relational. Sie ist immer auf andere angewiesen und auch relativ, weil die wesentlichen Dinge nicht vom Menschen bestimmt werden können."

 

Eine ehrliche und ausgeglichene Selbstbestimmungsdebatte müsse zeigen, dass Menschen nie losgelöst von anderen leben und sterben können. Es gehe um relationale Autonomie anstatt einer überhöhten Selbstbestimmung, die den Menschen gerade in Fragen von Lebensanfang und Lebensende überfordern, erläuterte Klesse.

 

"Transsexualität ist eine Selbstdiagnose"

 

Der Experte für Geschlechtsdysphorie Alexander Korte, Oberarzt an der Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie und Psychotherapie der LMU München, sagte in seinem Beitrag, dass es sich beim Outing von jugendlichen Transsexuellen oft auch "um eine Rückbesinnung und Fetischisierung von Identität" handle. "Wir benötigen aber keine weiteren Geschlechtskategorien, um zu erklären, warum Menschen unter Genderdysphorie leiden, deren Ursachen herauszuarbeiten seien, um diesen Menschen helfen zu können", so Korte.

 

Er plädiere zudem für psychotherapeutische Hilfestellung für Betroffene. Schwerwiegende chirurgische Eingriffe und Hormontherapien, wie Pubertätsblocker, seien gravierende Eingriffe, die der Jugendpsychiater als nicht zielführend erachtet. Der Grund: Die Forschung verfüge über zu wenige Ergebnisse im Hinblick auf die Dauer einer Geschlechtsidentitätskrise. Zudem komme es in manchen Fällen auch zu einem Bereuen dieser Entscheidung in späteren Lebensphasen.

 

Bei vielen minderjährigen Patienten, die ihre großen psychischen Probleme darauf zurückführen, "im falschen Körper zu leben", zeige die Analyse ganz andere Gründe, häufig beispielsweise eine verdrängte Homosexualität, so Korte. In Bezug auf die oft vorschnellen chirurgischen und hormonbezogenen medizinischen Lösungen sagte Kort: "Es ist ein bizarrer Ansatz, einen inneren psychischen Konflikt mit äußeren Mittel zu bearbeiten. Bei Essstörung verschreibt man auch keine Abführmittel oder Appetitzügler, sondern versucht die inneren Konflikte therapeutisch und kritisch zu lösen."

 

"Der mediale Hype" könne zu einer drastischen Zunahme von Transsexualität bei Jugendlichen führen. Dem gelte es kritisch zu begegnen, so Korte. Es brauche "ein interdisziplinäres kritisches Nachdenken - aber keine vorschnelle Wunschmedizin."

 

Transhumanismus als neues Menschenbild

 

Für den Schweizer Theologen Oliver Dürr ist der Transhumanismus keine einheitliche Strömung, die Menschen hinsichtlich Technik, Medizin und Leistung optimieren will. In seinem Beitrag zeigte Dürr: Der Kern dieses neuen Welt- und Menschenbildes sei die Vorstellung, den Körper völlig frei zu formen und modellieren; so der Theologe. Nur der einzelne bestimme über sich und seinen Körper, andere Menschen seien in dieser Entscheidung nicht vorgesehen.

 

Das führe zu einer Subjektivierung der Ethik: "Etwas ist gut, weil ich es will. Der Wille des Menschen ist aber nicht die letzte Grundlage der Ethik und des Guten", präzisierte Dürr. Deshalb brauche es ein realistisches Menschenbild, das von einer philosophischen Reflexion begleitet sei und einen nüchternen Blick auf Technik habe. Erst dann lasse sich die Frage jenseits transhumanistischer Erlösungsfantasien stellen: "Wie lässt sich Technik in unser Leben so integrieren, dass Menschen dadurch eine gute Zukunft haben?"

 

Drängende bioethische Fragen

 

Die Salzburger Bioethik-Dialoge wurden 2020 im Rahmen der Sterbehilfe-Diskussion gestartet und verstehen sich als regelmäßiges Forum zur Erörterung drängender bioethischer Fragestellungen durch Fachexperten. Veranstalter ist das "Salzburger Ärzteforum für das Leben" in Kooperation mit der Paracelsus Medizinische Privatuniversität (PMU) Salzburg, der Ärztekammer Salzburg und der Österreichischen Gesellschaft für Kinder- und Jugendheilkunde. (Infos: www.salzburgeraerzteforum.com)

 

 

Quelle: kathpress

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