
Wiener Dompfarrer: Kirche nach wie vor gesellschaftlich relevant
Die Kirche in Österreich ist nach wie vor gesellschaftlich relevant. Daran würden auch die steigenden Zahlen der Kirchenaustritte nichts ändern. Das betont der Wiener Dompfarrer Toni Faber in seiner Sonntagskolumne im "Kurier". Was ihn u. a. zuversichtlich stimme, seien zwei aktuelle Ereignisse: "Die vielen Menschen, die vom Tod und den Begräbnisfeierlichkeiten für Papst Benedikt in den Bann gezogen sind, und die lebendige junge Kirche, die rund um Dreikönig in Gestalt der vielen Sternsinger sichtbar ist."
Fast täglich sei er mit dem Thema Tod und einem tröstlichen Umgang damit konfrontiert, so Faber. Der unausweichliche Tod geliebter Menschen gehe immer nahe und die gesellschaftliche Anteilnahme am Sterben großer Persönlichkeiten zeige "die urmenschliche Sehnsucht nach Antworten auf dieses menschliche Dilemma des Abschiednehmen-Müssens"; ganz gleich, ob es Schauspieler, Sportler, Politiker "oder der für mich sehr beeindruckende emeritierte Papst Benedikt XVI." sei.
Beeindruckend sei für ihn zugleich, so der Dompfarrer, jedes Jahr aufs Neue das Engagement der rund 85.000 Kinder und Jugendlichen mit ihren Begleitern, die in Österreich unterwegs sind, um Hilfe unter einem guten Stern zu bringen. "Durch den Einsatz der jungen KirchenbotschafterInnen kann im heurigen Schwerpunktland Kenia und in vielen Projekten in Afrika, Südamerika und Asien unglaublich viel Positives bewegt werden", so Faber.
Fazit: "Tragende und tröstende Rituale an den Wendepunkten unseres Lebens und tatkräftige Hilfe für unsere Nächsten und die Armen werden als Kirchenbotschaft von allen verstanden und wohlwollend akzeptiert." Nachsatz: "Vielleicht sollten wir innerhalb der Kirche weniger jammern, sondern diese Kernkompetenz der Kirche weiter forcieren. Diese frohe Botschaft erreicht viele Menschen."
Quelle: kathpress