
Uni Wien: Podiumsgespräch über "Bilder vom fernen Gott so nahe"
Die Frage der Darstellung Gottes in der Kunst, seine Gegenwart bei gleichzeitiger Entzogenheit, ist Thema eines hochkarätigen Podiumsgesprächs, das am 17. Jänner an der Universität Wien stattfindet. Geladen ist der deutsche Medienwissenschaftler, Philosoph und Theologe Eckhard Nordhofen, der zu diesem Thema zuletzt das Buch "Media divina. Die Medienrevolution des Monotheismus und die Wiederkehr der Bilder" veröffentlicht hat. Mit Nordhofen diskutieren der Wiener Dogmatiker Prof. Jan-Heiner Tück sowie die Wiener Diözesankonservatorin Elena Holzhausen. (Beginn: 18.30 im Dekanatssaal der Katholisch-Theologischen Fakultät)
Nordhofen geht in seinem Buch der Frage nach, was religiöse Bilder aussagen: Sind sie direkte Abbilder, die eine göttliche Macht vergegenwärtigen, oder repräsentieren sie eine Wirklichkeit, indem sie zugleich verfremden, was sie bezeichnen? Die besondere Kraft des biblischen Monotheismus liegt für den Autor gerade in der Anwesenheit Gottes bei gleichzeitiger Abwesenheit, führt Tück gegenüber Kathpress aus. Gott zeige sich im biblischen Monotheismus gerade indem er sich entziehe und sich jeder menschlichen Vereinnahmung verweigere. Der revolutionäre Charakter dieses Ansatzes liege in einem "Medienwechsel", d.h. darin, dass sich im Monotheismus "der Kult vom Bild zur Schrift verlagert", so Tück. Ikonen indes würden diesem Anspruch gerecht werden, Anwesenheit bei gleichzeitiger Abwesenheit darzustellen. (Infos: https://dg-ktf.univie.ac.at)
Quelle: kathpress