
Franz Küberl zieht Bilanz über Leben in Gesellschaft und Kirche
Franz Küberl zieht Bilanz über sein bald 70-jähriges Leben als engagierter Christ in Gesellschaft und Kirche. Im Tyrolia-Verlag hat er dazu das Buch "Zukunft muss nach Besserem schmecken" vorgelegt, das der langjährige Caritas-Präsident am 13. März in Innsbruck, tags darauf in Salzburger und am 22. März in Wien präsentiert. Eine an alle wachen Zeitgenossinnen und -genossen gerichtete Leitfrage dazu hat Küberl im Interview mit dem Salzburger "Rupertusblatt" (19. Februar) formuliert: "Was ist mein Beitrag dazu, dass nicht nur mein Leben, sondern auch das von anderen Menschen ein wenig besser gelingen kann?" Seinen 70er feiert der in vielen kirchlichen Funktionen tätige Steirer am 22. April.
Küberl teilt in seinem neuen Buch seinen Erfahrungsschatz und zeigt "in gewohnt prägnanten Worten ... die Herausforderungen unserer Zeit für die Gesellschaft auf", teilte der Verlag mit. Soziale Ungerechtigkeit, Spannungen zwischen den Religionen, Reformstau in der Kirche, Globalisierung und Digitalisierung: Küberl greift große Themen auf und spart nicht mit Kritik.
Den Hintergrund seines "vehementen Eintretens für einen sorgsamen Umgang zwischen den Menschen, in Österreich und weltweit" bilde seine spirituelle Ausrichtung und katholische Prägung in seiner steirischen Heimat: Sie erlaube eine hoffnungsfrohe Sicht auf die Welt und das Leben - "eingebettet in kritisch-christlichem Denken". Als ehemaliger Caritas-Präsident sei er überzeugt: "Christsein kann sich nicht im Kirchenbesuch erschöpfen, sondern muss im Alltag, in Beruf, Familie und Freizeit, konkret gelebt werden."
"Wir brauchen das Miteinander"
Im "Rupertusblatt"-Interview betonte Küberl angesichts zahlreicher Herausforderungen: "Wir brauchen das Miteinander." Keiner könne für sich allein leben, auch ein Einsiedler sei auf Menschen angewiesen, die Nahrungsmittel bereitstellen. "Daher ist es von Bedeutung, dass man sich des Wertes der Mitmenschen und des Miteinanders bewusst ist", erklärte Küberl. "Ein unermessliches Lernfeld" sei für ihn diesbezüglich die Caritas - sowohl von deren Mitarbeitern als auch den Schützlingen habe er viel gelernt. Als Beispiel erwähnte er die Einladung zu einem Essen durch die Gruppe eines Obdachlosenhauses, das für ihn bereichernd und "auf Augenhöhe" verlaufen sei. "Es gibt so viele wunderbare Menschen, die in schwierigen Verhältnissen an die Zukunft glauben", sagte Küberl.
Der katholischen Kirche schrieb Küberl ins Stammbuch, sie müssen mit den Ausgetretenen, deren Motive zu respektieren seien, im Gespräch bleiben. Es sei wichtig, dass man zu dieser wachsenden Gruppe "nicht alle Brücken abbricht". Gegen die heutige "Lebenssinnleere" empfahl der Buchautor Besinnung darauf, woher man für sein Tun Kraft, Wissen, Zuspruch und Energie bezieht? "Lebenssinn fließt einem ... immer auch über Begegnungen zu", betonte Küberl.
Vielfältig engagiert
Der gebürtige Grazer ist wie kaum ein anderer auf Steiermark- und Bundesebene kirchlich engagiert, Nach Anfängen bei der Katholischen Arbeiterjugend der Diözese Graz-Seckau arbeitete er bei der Katholischen Jugend Österreichs und war auch Vorsitzender des Bundesjugendrings. Nächste Stationen waren das Katholische Bildungswerk und die Katholische Aktion Steiermark, bevor er 1994 steirischer Caritas-Direktor und 1995 als Nachfolger von Helmut Schüller Präsident der Caritas Österreich wurde. Diese Funktion hatte er bis 2013 inne und war in dieser Zeit auch Mitglied des ORF-Publikums- sowie des ORF-Stiftungsrats. 2016 übergab er auch die Leitung der steirischen Caritas. Küberl lebt in Graz. Er ist verheiratet und hat zwei Söhne.
Franz Küberls Buch "Zukunft muss nach Besserem schmecken, Herausforderungen für Kirche und Gesellschaft" umfasst 144 Seiten und kostet 22 Euro. Der Tyrolia-Verlag kündigte mehrere Präsentationen des Bandes an: Am 13. März im Innsbrucker Haus der Begegnung, am 14. März im Salzburger SN-Saal, am 22. März in der Herder-Buchhandlung in Wien und am 24. März in der Grazer Buchhandlung Moser. Beginnzeit ist jeweils 19 Uhr.
Quelle: kathpress