
Sozialbischof Marketz: Frauenarbeit oft unbezahlt und unbedankt
Der Kärntner Diözesanbischof Josef Marketz hat anlässlich des Weltfrauentages am 8. März die enormen Leistungen gewürdigt, die Frauen für die Gesellschaft erbringen: "Frauen leisten nach wie vor den größten Teil der sozialen Arbeit, sie pflegen Angehörige und kümmern sich vorrangig um die Kinder." Leider sei diese Arbeit "nicht nur unbezahlt, sondern zumeist auch unbedankt", fügte der in der Bischofskonferenz u. a. auch für soziale Fragen zuständige Marketz hinzu. Auch in der aktuellen Debatte rund um die Arbeitszeit fehlt dem Bischof dieser Aspekt: "Aufgrund der Vielfachbelastung haben viele Frauen keine Wahlfreiheit, ob sie Voll- oder Teilzeit arbeiten. Dies erhöht das Risiko der Armut für Frauen zusätzlich."
Eine Kürzung der Sozialleistungen, wie zuletzt von Teilen der Politik gefordert, würde daher vor allem Alleinerzieherinnen treffen, gab Marketz zu bedenken: "Nicht nur, dass Frauen zumeist gering bezahlte Jobs erhalten, müssen sie auch noch in Teilzeit arbeiten. Sie erhalten dadurch niedrige Pensionen und schlittern in die Altersarmut."
Für die katholische Kirche gelte, dass zunehmend mehr Frauen in Leitungspositionen eingesetzt werden, wies der frühere Kärntner Caritas-Direktor hin: "Wir sehen, dass Frauen in Führungsverantwortung wertvolle Sichtweisen einbringen, auf die wir als Kirche nicht verzichten wollen." In der Diözese Gurk-Klagenfurt setzt der Bischof daher im Kirchenentwicklungsprozess - wie er versicherte - auf eine bewusste Frauenförderung.
Quelle: kathpress