
Bildungssystem: Unverändert hohe Relevanz von Ordensschulen
Mit einem Festgottesdienst und einem Festakt in Wien hat die Vereinigung von Ordensschulen Österreichs (VOSÖ) dieser Tage ihr 30-jähriges Bestehen gefeiert. Die unverändert große Relevanz von Ordensschulen in Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft war dabei der Tenor der Jubiläumsfeierlichkeiten, wie die heimischen Ordensgemeinschaften am Montag mitteilten. Dem Festgottesdienst in der Konzilsgedächtniskirche in Wien-Lainz stand P. Erhard Rauch vor, der anschließende Festakt fand im Kardinal-König-Haus statt.
"Ich kenne kein Konstrukt in Europa, in dem ein Verein mit Ordensschulen von unterschiedlichen Orden einen neuen Weg zu gehen versuchte. Das wagte die Vereinigung von Ordensschulen Österreichs und der neue Weg hat sich bewährt", schilderte Sr. Cäcilia Kotzenmacher, Pionierin und Wegbegleiterin der ersten Stunde, in ihren Ausführungen. Die VOSÖ-Pioniere vor 30 Jahren seien davon beseelt gewesen, Ordensschulen und ihre Gründungscharismen in sich rasch verändernden und herausfordernden Zeiten eine gute Zukunft zu geben, wenn Orden aus personellen oder finanziellen Gründen nicht mehr selbst in der Lage waren, ihre Bildungseinrichtungen zu führen.
VOSÖ-Vorstandsvorsitzende Maria Habersack hob die gegenwärtige Relevanz von Ordensschulen und Bildungseinrichtungen von Orden hervor: "Ich bin überzeugt davon, dass wir aufgrund unseres Menschenbildes, eine Alternative zu den vorherrschenden Tendenzen, die die Ökonomisierung gepaart mit einer voranschreitenden Verzweckung des Menschen zum Ziel hat, bieten."
Habersack sprach u.a. vom Öffnen von pädagogischen Räumen, in denen Kinder und Jugendliche "mit ihren individuellen Begabungen wahrgenommen werden und diese auch entfalten können". All das solle sie "bei ihrer Ich-Werdung unterstützen, die sie beziehungs- und empathiefähig machen".
Einen weiteren Aspekt des Ordens-Bildungsauftrages sah sie darin, dass junge Menschen "Möglichkeiten finden, bei denen sie soziale Verantwortung und Solidarität mit dem Nächsten üben können". Laut Habersack würden gerade Bildungseinrichtungen von Orden "einen wichtigen Beitrag leisten, der schleichenden Entsolidarisierung und der daraus resultierende Spaltung unserer Gesellschaft, entgegenzuwirken."
VOSÖ-Geschäftsführerin Martha Mikulka benannte in ihren Ausführungen einige zukünftige Herausforderungen für Ordensschulen, die sie als Fragen formulierte. U.a.: "Leben wir das Ordenscharisma auch im Umgang mit unseren Mitarbeiterinnen, Mitarbeitern und Eltern? Hören wir auf die Bedürfnisse der Gesellschaft, aber vor allem hören wir auf die Fragen und Bedürfnisse der Kinder und Jugendlichen, etwa im Blick auf den Klimaschutz? Was bewahren wir, was verändern wir angesichts der rasanten digitalen Fortschritte und des Themas der künstlichen Intelligenz? Sind unsere religiösen Feierformen noch zeitgemäß?"
1993 auf Initiative der Ordensgemeinschaften gegründet, umfasst die VOSÖ heute 20 Bildungsstandorte mit insgesamt 70 Einrichtungen von 14 Ordensgemeinschaften. Mit über 13.300 betreuten Schülerinnen und Schülern ist die VOSÖ der größte private Schulträger Österreichs.
Quelle: kathpress