
Landau bekräftigt Forderung nach Totalreform der Sozialhilfe
Eine dringende Totalreform der Sozialhilfe hat einmal mehr Caritas-Präsident Michael Landau eingemahnt. In der ORF-Sendung "Aktuell nach Eins" am Karfreitag betonte der Caritas-Präsident: "Die Armut nimmt zu, der Druck auf die Ränder der Gesellschaft steigt." 700.000 Menschen in Österreich müssten in Wohnungen leben, die sie nicht ausreichend beheizen können. "Diese Menschen stehen vor der Frage, ob sie heizen oder etwas zu essen kaufen. Wir dürfen uns mit dieser Not nicht abfinden." Dringend nötig seien bundesweit geltende Mindeststandards; man müsse weg Kann-Bestimmungen, zudem brauche es wieder eine Mindestsicherung: "Die Sozialhilfe funktioniert nicht".
In den 71 österreichweiten Caritas-Sozialberatungsstellen hätten sich die Anfragen zum Teil verdoppelt, so Landau: Allein beim größten Caritas-Lebensmittelausgabeprojekt in Wien habe man im Vorjahr 17 Tonnen pro Woche ausgeben, derzeit halte man bei 26 Tonnen pro Woche. In den Wärmestuben in Wien hätten in diesem Winter bereits 17.000 Menschen einen warmen Platz gesucht, im Winter davor waren es 10.000.
Angesichts dieses Befunds sei klar: Nachdem der Verfassungsgerichtshof zentrale Teile des Sozialhilfe-Grundsatzgesetzes aufgehoben hat, brauche es jetzt keine Einzelreparaturen, sondern eine Totalreform, forderte Landau. Bund und Länder müssten sich dringend an einen Tisch setzen. Ein zweites wichtiges Feld sei das Arbeitslosengeld und ein drittes eine substanzielle Erhöhung der Mindestpensionen, brachte Landau weitere Themen ins Spiel. "Es kann nicht sein, dass Menschen ihren Lebensabend nicht in Würde verbringen können."
Auf die jüngsten Forderungen aus der Evangelischen Kirche zum Karfreitag als "Feiertag für alle" meinte Landau, dass sich die Sozialpartner, Kirchen und Religionsgemeinschaften gemeinsam an einen Tisch setzen und eine gute Lösung finden sollten.
Quelle: kathpress