Staat feiert 40 Jahre Anerkennung der Buddhisten
Die Anerkennung der Österreichischen Buddhistischen Religionsgesellschaft (ÖBR) vor 40 Jahren war Anlass für einen Empfang von Bundesministerin Susanne Raab am Mittwochabend im Bundeskanzleramt. Ort der Veranstaltung war das Kultusamt in Wien, das für die Religionsgemeinschaften als oberste Behörde zuständig ist. Wie ÖBR-Präsident Gerhard Weißgrab am Donnerstag im Interview mit Kathpress erklärte, sei der Empfang die letzte Veranstaltung der Religionsgesellschaft anlässlich des 40-Jahr-Jubiläums ihrer Anerkennung gewesen. Höhepunkt dabei war ein Festakt an der Wiener Universität am 4. März.
"Die staatliche Anerkennung als Religionsgesellschaft sehen wir als Verpflichtung gegenüber Staat und Gesellschaft, uns als Buddhisten heilsam und positiv einzubringen", betonte Weißgrab gegenüber Kathpress. Dies zeige sich im Bildungsbereich durch zwei konfessionell-buddhistische Schulen und im offiziellen buddhistischen Religionsunterricht. Inzwischen gebe es auch ein buddhistisches mobiles Hospiz und die regelmäßige geistliche Begleitung von Menschen in Krankenhäusern und Gefängnissen. "Der Einsatz für Religionsfreiheit und der Dialog mit Kirchen und Religionsgemeinschaften ist für uns eine Selbstverständlichkeit", so der ÖBR-Präsident.
Bischofskonferenz-Generalsekretär gratuliert
Seitens der Österreichischen Bischofskonferenz gratulierte Generalsekretär Peter Schipka in einem Kathpress vorliegenden Grußwort an Weißgrab zur staatlichen Anerkennung vor 40 Jahren. Ausdrücklich dankte Schipka für die guten Beziehungen zu den Vertreterinnen und Vertretern der Religionsgesellschaft, insbesondere zu deren langjährigen Präsidenten.
Mit der gesetzlichen Anerkennung habe die Republik Österreich zum Ausdruck gebracht, dass sie auch mit den Anhängerinnen und Anhängern der Buddhistischen Religion "das in Österreich bewährte Verhältnis von institutioneller Trennung zwischen Religion und Staat bei gleichzeitiger Kooperation" pflegen möchte. "Die ÖBR macht seither die religiöse Landschaft in Österreich auch in rechtlicher Hinsicht noch ein wenig bunter."
Die ÖBR sei in diesem Sinn auch innerhalb der Vielfalt der gesetzlich anerkannten Kirchen und Religionsgesellschaften "eine wichtige Stimme und ein verlässlicher Partner", betonte Schipka, und hielt fest: "Dass uns die Religionsfreiheit ebenso gemeinsam am Herzen liegt wie die Bewahrung der Schöpfung, verbindet uns weit über das rein rechtliche Maß hinaus." Nicht zuletzt sei die Kooperation bei der Ausbildung der Religionslehrerinnen und Religionslehrer für die Buddhistische Religion an der Kirchlich-Pädagogischen Hochschule Wien-Krems ein "Beweis für das vertrauensvolle Verhältnis zwischen der Katholischen Kirche, anderen christlichen Kirchen und Religionen und der ÖBR".
Quelle: kathpress
