
Festlicher Abschluss des Jubiläums "350 Jahre KU Linz"
Mit einem Festakt am Donnerstagabend ist das Jubiläumsjahr "350 Jahre KU Linz" zu Ende gegangen. Die Veranstaltung in der Aula der Katholischen Privat-Universität Linz war der Schlusspunkt einer elfteiligen Reihe zum Jubiläum. Rektor Christoph Niemand hob dabei die Bedeutung und Rolle der Fachbereiche Theologie, Philosophie und Kunstwissenschaft für heute und morgen hervor. Der Großkanzler der Universität, Bischof Manfred Scheuer, formulierte als "Vision Statement" eine zukunftsweisende Neubestimmung des Verhältnisses von Wissenschaft und Religion.
Der Linzer Bürgermeister Klaus Luger und der oberösterreichische Landeshauptmann Thomas Stelzer hoben in ihren Grußworten die Wirksamkeit und Wirkmächtigkeit der KU Linz in der Region und darüber hinaus hervor. Gerade in einer von Technologie und Wirtschaft geprägten, stark materialistisch verfassten Gesellschaft seien andere Perspektiven, kritisches Denken und Nachfragen wichtig, so die zentrale Aussage der beiden in ihren Statements.
Giovanni Cesare Pagazzi, Sekretär des Vatikanischen Dikasteriums für Kultur und Bildung, formulierte in einer Videobotschaft den "Panoramablick auf die Wirklichkeit" als Auftrag für eine Katholische Universität. Er zeigte sich überzeugt, dass dieser offene und umfassende Blick darauf, was es heißt, menschlich zu sein, an der KU Linz in den Fachbereichen Theologie, Philosophie und Kunstwissenschaft eingeholt werde.
Scheuer: Es braucht "(selbst-)kritische Universität"
Bischof Scheuer entwickelte in seinem Impuls das Bild einer "(selbst-)kritischen Universität", die immer auch das Bewusstsein wachhalte für das, "was fehlt in dieser Welt und was, im Gestern und im Heute, zum Himmel schreit". Sichtbar könne so auch werden, wie - spezifisch christlich gesprochen - ein "Leben in Fülle" möglich sei.
Forschung, forschungsbasierte Lehre und ein unmittelbares Wirken in die Breite der Gesellschaft benannte Rektor Niemand als drei Kernbereiche, die er mit Forschungs- und Publikationsprojekten beispielhaft beleuchtete: In der Theologie über die kirchliche Zukunftsfrage der Frauenordination, in der Philosophie über die Herausforderungen einer alternden Gesellschaft und jüngst in der Kunstwissenschaft über die Entwicklungen hin zu einer posthumanistischen Ära.
Nicht zuletzt die Menschen, die die Universität hervorbringt, und ihre vielfältigen Berufsfelder zeugten für die Spannweite der Themen und Inhalte, so der Rektor. Dass die Diözese "ihre Universität" bei allen Vorhaben und Entwicklungssprüngen stets unterstütze, hob er mit einem Dank an die Bischöfe Maximilian Aichern, Ludwig Schwarz und Manfred Scheuer hervor.
Aufgrund seiner Unterstützung bei Entwicklung und Ausbau der KU Linz wurde P. Friedrich Bechina, ehemals Untersekretär der vatikanischen Bildungskongregation, im Rahmen des Festakts zum Ehrensenator der KU Linz ernannt.
Erste Privat-Uni mit staatlicher Akkreditierung
Die Katholische Privat-Universität Linz wurde im Jahr 2000 als erste österreichische Privatuniversität staatlich akkreditiert. Ihre Geschichte reicht indes weitaus länger zurück: Bereits 1672 gab es erste theologische Studien am Linzer Jesuiten-Kolleg. 1971 wurde die ehemalige Philosophisch-Theologische Lehranstalt Linz zur "Philosophisch-Theologischen Hochschule der Diözese Linz" ernannt und 1978 durch die vatikanische Bildungskongregation zunächst "ad experimentum", 1988 aber definitiv in den Rang einer Theologischen Fakultät erhoben. Als "Katholisch-Theologische Hochschule Linz/Theologische Fakultät" war sie damit berechtigt, akademische Grade zu verleihen.
Im Jahr 2000 folgte dann mit der staatlichen Akkreditierung die Umbenennung zur "Katholisch-Theologischen Privatuniversität Linz" und bis 2015 schließlich fachliche Erweiterungen und der Ausbau um Kunstwissenschaft und Philosophie als eigenständige Studienfächer. Im selben Jahr folgte die Gründung der Fakultät für Philosophie und für Kunstwissenschaft. Die im Herbst 2022 begonnene Veranstaltungsreihe zum 350-Jahr-Jubiläum stand unter dem Motto "Vom Kolleg zur Universität". (Infos: www.ku-linz.at/350)
Quelle: kathpress