
"Kirche in Not" half 2022 mit 5.700 Hilfsprojekten in 128 Ländern
Das weltweite katholische Hilfswerk "Kirche in Not" (international Aid to the Church in Need, ACN) hat im Vorjahr mehr als 5.700 Projekte für bedrohte Christen in 128 Ländern unterstützt. Das teilte die Hilfsorganisation am Donnerstag in Wien zur Veröffentlichung ihres aktuellen internationalen Jahresberichts mit. Demnach sammelten die 23 Nationalbüros von "Kirche in Not" im Vorjahr rund 146 Millionen Euro an Spenden. Das sind 13 Millionen Euro mehr als 2021 und ein Rekordwert in der Geschichte des seit 1947 bestehenden Hilfswerks. Aus Österreich wurden im Vorjahr mehr als 3,8 Millionen Euro gespendet.
Zusammen mit Rücklagen aus dem Vorjahr gab "Kirche in Not" 2022 insgesamt 148,7 Mio. Euro für Hilfsprojekte in aller Welt aus. Größtes Empfängerland war die Ukraine. Dort unterstützte "Kirche in Not" mit 9,5 Mio. Euro in mehr als 350 Einzelprojekten die Arbeit von Priestern, Ordensfrauen und kirchlichen Mitarbeitern, die sich für Binnenflüchtlinge und die notleidende Bevölkerung im Kriegsgebiet einsetzen.
Kontinentaler Schwerpunkt blieb wie im Vorjahr Afrika. Dorthin gingen rund 32 Prozent der Spendengelder, gefolgt vom Nahen Osten (18,1 Prozent), Osteuropa (17,7 Prozent), Lateinamerika (16,7 Prozent) sowie Asien und Ozeanien (14,6 Prozent). Größtes Einzelhilfsprojekt war laut "Kirche in Not" die Restaurierung eines zerstörten Pfarrzentrums im Irak für fast eine Million Euro, das kleinste ein Schulungsprojekt für kirchliche Mitarbeiter im Umfang von knapp 300 Euro.
Insgesamt gab das Hilfswerk Unterstützung in rund 1.200 Diözesen, das sind mehr als ein Drittel der katholischen Diözesen weltweit. 40.000 Priester, 21.000 Ordensschwestern und 14.000 Priesterseminaristen erhielten demnach finanzielle Unterstützung bei ihrem Einsatz oder ihrer Ausbildung.
Herbert Rechberger, Nationaldirektor von "Kirche in Not"-Österreich dankte zur Veröffentlichung des Jahresberichts den heimischen Spenderinnen und Spendern. "Auch in dieser schwierigen wirtschaftlichen Situation haben unsere Wohltäter die bedrängten und verfolgten Christen nicht vergessen! Dafür gilt ihnen unser herzlichster Dank", so Rechberger.
Das Hilfswerk erhält nach eigenen Angaben keine kirchlichen oder öffentlichen Gelder, sondern wird rein aus Spenden finanziert. Die Projektarbeit wird in der internationalen Zentrale in Königstein im Taunus koordiniert; das Büro von "Kirche in Not" in Wien ist für Fundraising, Öffentlichkeitsarbeit und Wohltäterbetreuung in Österreich zuständig. (Website: www.kircheinnot.at)
Quelle: kathpress