
Caritas Kärnten startet Hungerhilfe für Menschen in Kenia
Die Caritas in Kärnten sammelt bei ihrer jährlichen Sammlung gegen den Hunger dieses Jahr für Menschen im Norden Kenias, die infolge des Klimawandels um ihr Überleben kämpfen. Im Norden Kenias folge Dürre auf Dürre: "Ohne humanitäre Hilfe könnten die Menschen dort derzeit nicht überleben, weil sie von den langen Dürreperioden geschwächt sind und ein Großteil ihrer Tiere gestorben ist", erläuterte Theresa Sacher von der Auslandshilfe der Caritas Kärnten. Die Caritas engagiert sich seit Jahren gegen den Hunger in Kenia. "Ihre Hilfe ist jetzt wichtiger denn je", appellierte Caritasdirektor Ernst Sandriesser am Mittwoch in einer Aussendung an die Solidarität der Kärntnerinnen und Kärntner.
Die weltweite Klimakrise habe schreckliche Auswirkungen. So verschärfe das veränderte Klima nicht nur in den ärmsten Ländern der Welt den Hunger dramatisch, "sondern es bringt die Menschen auch an ihre Grenzen der Überlebensfähigkeit, weshalb viele anderswo Schutz und Arbeit suchen", so der Caritasdirektor. Sandriesser verwies auf den neuen Report des International Displacement Monitoring Centers, wonach Ostafrika, das Horn von Afrika, ein besonderer Brennpunkt für klimabedingte Vertreibung sei.
Für den Caritasdirektor ist es eine "unglaubliche Ungerechtigkeit, dass jene Menschen, die die Klimakrise am wenigsten verursacht haben, nun den Preis dafür zahlen müssen". Das sei nicht hinnehmbar, mahnte Sandriesser: "Wir dürfen Millionen von Menschen nicht ihrer Hungersnot überlassen."
In der Marsabit-Region im Norden Kenias sind bereits Hunderte Rinder, Esel und Kamele durch die wiederkehrenden Dürren verendet. Kinder haben nach dem langen Schulweg oft nichts zu trinken. Die Caritas errichtete bereits Wasserstellen. Kenia zählt zu den von der Klimakrise am meisten betroffenen Ländern. Regenzeiten fallen immer häufiger aus. Wenn doch Regen fällt, dann meist in zerstörenden Fluten, in denen Autos mitgerissen werden und Menschen und geschwächte Tiere ertrinken. Auf den gewohnten Lebensrhythmus von Regen und Trockenzeit, mit dem die Nomaden seit Jahrhunderten vertraut sind, kann nicht mehr vertraut werden.
Immer mehr benötigen humanitäre Hilfe
Die Caritas Kärnten engagiert sich seit Jahren in Kenia. Um sich selbst ein Bild von der Katastrophe zu machen, war Theresa Sacher als zuständige Projektreferentin von der Auslandshilfe der Caritas Kärnten gemeinsam mit Michael Landau, dem Präsidenten der Caritas Österreich, im Norden des Landes. Landau warnte danach, dass aus der Klimakatastrophe eine Hungerkatastrophe werde. Immer mehr Menschen benötigten humanitäre Hilfe, um überleben zu können.
Von den dramatischen Auswirkungen der Dürre und der weitverbreiteten Wasserknappheit sind vorrangig Nomadenvölker betroffen. Um weiteres Leid von den Menschen abzuwenden, stellt die Hilfsorganisation in wasserarmen Gebieten überlebensnotwendiges Wasser bereit, wodurch 1.200 Menschen konkret geholfen wird. Des Weiteren werden 81 Haushalte mit Schafen und Ziegen versorgt.
Unter der Ausnahmesituation in Marsabit litten aber speziell Kinder, mahnte die Caritas. Um ihnen eine Chance auf ein Leben mit Perspektive zu geben, unterstützt die Caritas die Errichtung einer öffentlichen Internatsschule, wo 425 Kinder mit Mahlzeiten versorgt werden sollen. Im Rahmen des Projekts wird durch Bereitstellung des Schulgeldes und den Kauf von Schulmaterial Kindern der Schulbesuch ermöglicht. (Spenden: Caritas Kärnten: IBAN: AT40 2070 6000 0000 5587, Kennwort Hunger, oder online: www.caritas-kaernten.at/spenden)
Quelle: kathpress