
Erzbischof Lackner: Priester aus dem Ausland bereichern die Kirche
Priester aus dem Ausland sind eine Bereicherung für die Kirche in Österreich. Das hat der Salzburger Erzbischof Franz Lackner betont. In einem Statement gegenüber der Salzburg-Ausgabe der "Kronenzeitung" (Donnerstag), das auch der Nachrichtenagentur Kathpress vorliegt, plädierte der Erzbischof für einen ehrlichen und sachlichen Umgang mit dem Thema Migranten: "Die Migration wiederum muss ehrlich betrachtet und besprochen werden. Wir sind gerade in Österreich vielfach von ihr abhängig", so Erzbischof Lackner wörtlich. Viele Bereiche könnten ohne Migranten nur schwer versorgt und bedient werden. Dies gelte für die Gesellschaft im Allgemeinen wie auch für die Kirche.
Lackner: "Es fehlen Menschen, teilweise auch Berufungen. Auch um die Seelsorge der Erzdiözese wäre es ohne unsere Priester aus dem Ausland anders bestellt." Die Kirche sei aber auch in diesem Punkt "katholisch", also "allumfassend", und sie sei gerade im Punkt der Vielfältigkeit ein Vorbild, so Lackner. "Ein Priester aus dem Ausland steht einem einheimischen in nichts nach", zeigte sich der Erzbischof überzeugt und fügte hinzu: "Vielmehr kann die Glaubenserfahrung aus einem anderen Teil der Welt sehr bereichernd sein."
Auf die rückläufigen Katholikenzahlen angesprochen sagte Lackner: "Wir leben in Zeiten einer zunehmend säkularen Welt. Die Auswirkungen sehen wir natürlich auch bei der Zahl der Katholiken. Viele sind heute davon überzeugt, eine persönliche Spiritualität brauche keine Glaubensgemeinschaft."
Ob man dem Rückgang mit konkreten Maßnahmen begegnen kann, sei schwer zu beurteilen, "auch sind die Ursachen ja oft mannigfaltig". Institutionen aller Art hätten gerade auch in der Pandemie einen Vertrauensverlust erfahren; Parteien beispielsweise ergehe es ähnlich.
Zur Spannung zwischen persönlichem Glauben und Glaubensgemeinschaft denke er sich aber: "Ein wenig scheint es manchmal, als wolle man Äpfel essen, würde aber den Apfelbaum ablehnen."
Quelle: kathpress