
Schipka: Polizeiliche Arbeit zeigt Abgründe und Erlösungsbedürftigkeit
Auf die besonderen Belastungen der polizeilichen Arbeit im alltäglichen Einsatz für Sicherheit hat der Generalsekretär der Österreichischen Bischofskonferenz aufmerksam gemacht. Bei einer Messe mit Führungskräften des Innenministeriums in der dortigen Kapelle anlässlich des Tages der Bundespolizei verwies Peter Schipka am Montagnachmittag in Wien auf die Abgründigkeit des Menschen, die Polizistinnen und Polizisten regelmäßig erfahren müssten. Dies sei einerseits eine Belastung für den persönlichen Glauben, könne aber auch die Erlösungsbedürftigkeit des Menschen zeigen und von daher den Glauben stärken. Unter den Mitfeiernden waren auch Innenminister Gerhard Karner und der Generaldirektor für öffentliche Sicherheit, Franz Ruf.
"Was ist das für ein Gott, der das Verbrechen zulässt, der zulässt, wie Kinder verschleppt werden, der zuschaut, wie Familienstreitigkeiten so heftig werden, dass sie gewalttätig werden?" - Fragen wie diese, seien für eine Institution und ihr Personal, die sich um die innere Sicherheit kümmern muss, naheliegend, so Schipka. "Und man kann sich fragen, wie finde ich da wohl Gott? Wie gut versteckt er sich da, weil die Personenbeschreibung hinsichtlich Barmherzigkeit auf ihn anscheinend so gar nicht passt."
Erfahrungen und Fragen wie diese könnten aber auch zu einer anderen Einsicht führen. Schipka: "Ich glaube, dass man eine Seite an Gott sehen kann, die viele andere nicht sehen können. Man kann ein entscheidendes Personenmerkmal Gottes sehen: Er ist der, der die Menschen erlöst - von ihrer Gewaltbereitschaft, von ihrem Misstrauen zueinander, auch der Missgunst. Wer aus der polizeilichen Arbeit die Abgründe der Menschen kennt, der weiß, wie erlösungsbedürftig wir sind."
Diese Erlösung sei leider im Hier und Jetzt nur in Ansätzen erfahrbar, so Schipka weiter. "Sie wird aber am Ende der Welt, am Ende des Lebens erfolgen. Der Glaube an die Erlösung durch Christus ist ein Glaube, der das Hoffen nicht verlernt hat, der Gott zutraut, dass er umsetzt, was er versprochen hat."
Der 1. Juli wird in Österreich als Gründungstag der Bundespolizei begangen. Er nimmt Bezug auf den 1. Juli 2005. Damals wurde die Bundespolizei ins Leben gerufen, nachdem Polizei, Gendarmerie und Kriminalpolizei per Gesetzesänderung zu einem Wachkörper zusammengelegt wurden.
Quelle: kathpress